{"id":7430,"date":"2021-11-23T22:23:23","date_gmt":"2021-11-23T21:23:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/?p=7430"},"modified":"2021-11-28T12:15:10","modified_gmt":"2021-11-28T11:15:10","slug":"hoffnung-gerade-jetzt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/?p=7430","title":{"rendered":"Hoffnung &#8211; gerade jetzt"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 1rem;\">Vom \u201eneuen Himmel und der neuen Erde\u201c werde ich lesen in unserer Altenheim-Andacht diese Woche, in der wir der Verstorbenen dieses Kirchenjahres gedenken. Wie h\u00f6ren Bewohnerinnen, Bewohner und Pflegekr\u00e4fte diese Worte Gottes?<\/span><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><strong>Andacht in der Kirchenzeitung \u201e<a href=\"https:\/\/unserekirche.de\/artikel\/2021\/47\/hoffnung-gerade-jetzt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Unsere Kirche<\/a>\u201c, November 21<\/strong><\/p>\n<p>Im letzten Jahr fielen die Gedenkgottesdienste wegen der Pandemie aus. Ausgerechnet \u00fcber Weihnachten erkrankten dann in einem Haus viele Bewohnerinnen und Bewohner. Wir k\u00e4mpften gegen das unsichtbare Virus. Dennoch starben etliche daran.<\/p>\n<p>Einmal mehr stehen die Alltagserfahrungen gegen das, was Gott verhei\u00dft. Gott sagt: Keine Alten soll es geben, die ihre Jahre nicht erf\u00fcllen. Das w\u00fcnschen wir uns doch f\u00fcr unsere Altenheime und dar\u00fcber hinaus: Dass Menschen bis ins hohe Alter \u2013 auch pflegebed\u00fcrftig \u2013 gut leben und beizeiten ihr Leben \u201evollenden\u201c k\u00f6nnen. Ein Leben soll nicht zu Ende gehen, sondern zum Ziel kommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Predigttext<br \/>\n<em>17 Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. 18 Freuet euch und seid fr\u00f6hlich immerdar \u00fcber das, was ich schaffe. Denn siehe, ich erschaffe Jerusalem zur Wonne und sein Volk zur Freude, 19 und ich will fr\u00f6hlich sein \u00fcber Jerusalem und mich freuen \u00fcber mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr h\u00f6ren die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens. 20 Es sollen keine Kinder mehr da sein, die nur einige Tage leben, oder Alte, die ihre Jahre nicht erf\u00fcllen, sondern als Knabe gilt, wer hundert Jahre alt stirbt, und wer die hundert Jahre nicht erreicht, gilt als verflucht. 21 Sie werden H\u00e4user bauen und bewohnen, sie werden Weinberge pflanzen und ihre Fr\u00fcchte essen. 22 Sie sollen nicht bauen, was ein anderer bewohne, und nicht pflanzen, was ein anderer esse. Denn die Tage meines Volks werden sein wie die Tage eines Baumes, und ihrer H\u00e4nde Werk werden meine Auserw\u00e4hlten genie\u00dfen. 23 Sie sollen nicht umsonst arbeiten und keine Kinder f\u00fcr einen fr\u00fchen Tod zeugen; denn sie sind das Geschlecht der Gesegneten des Herrn, und ihre Nachkommen sind bei ihnen. 24 Und es soll geschehen: Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich h\u00f6ren. 25 Wolf und Lamm sollen beieinander weiden; der L\u00f6we wird Stroh fressen wie das Rind, aber die Schlange muss Erde fressen. Man wird weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der Herr.<\/em><\/strong><\/p>\n<h4 class=\"hyphenate\">Und jetzt geht es wie\u00adder los?<\/h4>\n<p>Welche Sehnsucht und welche Vorstellungen vom Lebensabend zerstoben wohl in der Corona-Zeit \u2013 nicht erst als bei uns das Virus ausbrach, sondern schon vorher? Zwischenzeitlich gab es keine Besuche, keine Kontakte untereinander und mit den Angeh\u00f6rigen. Das steckt allen \u2013 Bewohnern, Angeh\u00f6rigen, Pflegekr\u00e4ften \u2013 noch immer in den Knochen. F\u00fcr uns als Diakonie war der Druck der Verordnungen zuweilen st\u00e4rker als die Vorstellungen von einem Lebensabend in biblischer F\u00fclle \u2013 fraglos eine Schuld! Und geht es jetzt wieder los?<\/p>\n<p>Finden die Jesaja-Worte Geh\u00f6r in unserem Altenheimgottesdienst? Vielleicht bringen sie etwas zum Klingen, woran J\u00fcngere kaum denken m\u00f6gen: Gibt es gerade jetzt die Hoffnung, dass das Leben nicht mehr einfach abbricht? Gibt es gerade jetzt eine neue Sehnsucht, diejenigen Gespr\u00e4che zu f\u00fchren, die (noch) zu f\u00fchren sind?<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist der Tod nicht aus dem Spiel. Bei Jesajas \u201eneuem Himmel und neuer Erde\u201c gibt es \u2013 anders als in der neutestamentlichen Offenbarung des Johannes \u2013 den Tod immer noch. Aber er bekommt andere Vorzeichen: Keiner soll unvollendet und vorzeitig sterben. \u201eNicht der Tod ist verbannt von der neuen Erde, sondern das nicht zu Ende gelebte Leben.\u201c (J\u00fcrgen Ebach)<\/p>\n<p>Dennoch bleibt die Spannung gro\u00df zwischen dem, was wir t\u00e4glich erfahren, und dieser beschriebenen neuen Sch\u00f6pfung. (Und von Lamm und Wolf, die beieinander weiden, spreche ich gar nicht erst.)<\/p>\n<p>M\u00f6ge uns das, was wir bisher in der Pandemie erlebt haben, nicht l\u00e4hmen und Angst machen. Die vorigen Himmel und Erde werden wir uns \u201enicht mehr zu Herzen nehmen\u201c, ist verhei\u00dfen! Ich habe tapfere lebenserfahrene alte Menschen vor Augen, deren Blick (immer noch) nach vorn geht: \u201eWir haben schon so viel geschafft. Das schaffen wir auch noch.\u201c<\/p>\n<p>In Visionen steckt stets eine Kraft f\u00fcr die Gegenwart. Wir k\u00f6nnen uns daran ausrichten und das Unsrige tun. Etwa in der Pflege: Wie gelingt es, dass Alte ein erf\u00fclltes Leben vollenden d\u00fcrfen, unabh\u00e4ngig von, aber gerade auch in Corona-Zeiten? Und welche Bilder gelingender und gerechter (Pflege-)Arbeit stecken im Jesaja-Text?<\/p>\n<p>Bei Jesaja redet Gott. Gott, und wahrscheinlich nur Gott, kann so vollmundig reden. Der Sch\u00f6pfer kann \u00e4ndern, was ist, sogar sich selbst. Darauf setze ich in un\u00fcberschaubaren Zeiten, und ich bin gespannt, welche Hoffnung dieser Text entfachen wird. Ob alt oder jung: Wir d\u00fcrfen gro\u00dfe Erwartungen haben!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom \u201eneuen Himmel und der neuen Erde\u201c werde ich lesen in unserer Altenheim-Andacht diese Woche, in der wir der Verstorbenen dieses Kirchenjahres gedenken. 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