{"id":6675,"date":"2021-07-23T17:24:13","date_gmt":"2021-07-23T15:24:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/?p=6675"},"modified":"2021-07-23T17:24:13","modified_gmt":"2021-07-23T15:24:13","slug":"er-schueppt-raeumt-entruempelt-andacht-zum-hochwasser","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/?p=6675","title":{"rendered":"Er sch\u00fcppt. R\u00e4umt. Entr\u00fcmpelt. &#8211; Andacht zum Hochwasser"},"content":{"rendered":"<p>Einen klaren Gedanken zu fassen, wo es seit langem (wenn \u00fcberhaupt) nichts Vergleichbares gab &#8211; schwierig!\u00a0 Worte zu finden f\u00fcr \u00fcber 170 Tote, zerst\u00f6rte Existenzen, weggesp\u00fclte Orte, f\u00fcr Menschen, die alles verloren haben \u00a0\u2013 Journalisten und Politikerinnen kamen an die Grenze des Formulierbaren.<\/p>\n<p>Und: Gott ins Spiel zu bringen \u2026 &#8211; auch das noch?<!--more--><\/p>\n<p><strong>Andacht zum Hochwasser, Erl\u00f6serkirche Haltern, 23. Juli 2021<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/?p=6659\" target=\"_blank\" rel=\"attachment noopener wp-att-6676\">Manuskript<\/a><\/p>\n<p>Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm schrieb auf facebook kurz und knapp: \u201eGott ist mittendrin.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das war der Tageszeitung aus Berlin einen bissigen Einwurf wert:<\/p>\n<p>\u201eDer fehlte noch \u2013 Gott! In Flutzeiten will offenbar jeder ins Katastrophengebiet. [\u2026] \u201eGott ist mittendrin. [\u2026] \u201eAls h\u00e4tten die Flutopfer nicht genug damit zu tun, sich von der Gummistiefel-Armada der Politiker in Sicherheit zu bringen, werden sie jetzt auch noch von oben bel\u00e4stigt. Und was treibt Gott so? Sch\u00fcppen? R\u00e4umen? Entr\u00fcmpeln? Gott gibt den Im-Weg-Steher\u201c, so die Tageszeitung aus Berlin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der sp\u00f6ttische Einwurf beinhaltet genau das, was ich von Gott sagen kann: Er sch\u00fcppt. Er r\u00e4umt. Er entr\u00fcmpelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Oder genauer: Dort wo pl\u00f6tzlich in der gr\u00f6\u00dften Not Freiwillige bereitstehen, wo Nachbarn anpacken und sogar Fremde, wo Passanten einen abdriftenden Feuerwehrmann aus dem rei\u00dfenden Bach ziehen \u2013 da wird deutlich, wie Gott sich zu uns Menschen stellt: helfend, tr\u00f6stend, liebend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gott wirkt doch nicht \u201evon oben\u201c ein, wie die taz schreibt. Ich muss ihn nicht ins Spiel bringen, sondern er ist schon da: Er wirkt dort und wird dort erkennbar, wo Menschen einander helfen, tr\u00f6sten, N\u00e4chstenliebe \u00fcben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nun geht es nicht prim\u00e4r um Gott in dieser Katastrophe, erst recht nicht um einen Gottesbeweis. Aber es geht mir um diese wundersamen Erfahrungen, die es eben auch gibt: Menschen sch\u00f6pfen dem buchst\u00e4bliche Nichts Hoffnung. Die Tr\u00e4nen mischen sich mit Freudentr\u00e4nen \u00fcber die Helfer. Den Menschen fliegen Kr\u00e4fte zu, von denen sie nichts wussten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als Christinnen und Christen nehmen wir den Menschen in den Blick, spenden, beten, helfen \u2013 und so erfahren wir von Gott, von dem gesagt ist: Was ihr einem meiner geringsten Br\u00fcder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er ist es, wenn die Menschen sch\u00fcppen, r\u00e4umen, entr\u00fcmpeln. Gott ist kein Im-Weg-Steher. Er ist Weg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>II.<\/p>\n<p>F\u00fchlten wir uns zu sicher?<\/p>\n<p>Merken wir jetzt, dass etwas nicht mehr stimmt in dieser Welt, es auch in Deutschland nicht mehr \u201ereibungslos l\u00e4uft\u201c und das Leben nicht mehr sicher ist, wie Dirk Messner vom Bundesumweltamt sagt?<\/p>\n<p>Solche Wetterereignisse kommen h\u00e4ufiger und heftiger vor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der erste Bericht des Club of Rome, der \u00fcber den menschengemachten Klimawandel berichtete, ist so alt wie ich selbst. Wir wissen es.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie gehen wir mit Gottes Sch\u00f6pfung um?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In der Wochenzeitung Zeit standen drei markante S\u00e4tze. Sie treffen wohl ungewollt in den Kern christlicher Ethik:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li>Satz: \u201eWer sich Zeit nimmt, raubt sie anderen.\u201c<\/li>\n<\/ol>\n<p>Tats\u00e4chlich, wir haben die Erde von unseren Enkeln nur geliehen: Geliehen ist der Stern, auf dem wir leben. Wie k\u00f6nnen zuk\u00fcnftige Generationen noch gut auf der Erde leben? \u201eDie V\u00e4ter haben Trauben gegessen, und den Kinder sind die Z\u00e4hne stumpf geworden.\u201c (Hes 18)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Satz: \u201eEin Schritt in die richtige Richtung im falschen Tempo ist ein falscher Schritt.\u201c<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wie viel Zeit bleibt noch, wirkungsvoll einzugreifen? Und wie ist die Bereitschaft, wirklich die Lebensweise zu \u00e4ndern?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eFreiheit ohne Klimapolitik ist eine Illusion, eine verfassungswidrige obendrein.\u201c<\/p>\n<p>Viele f\u00fcrchten Entscheidungen, die ihre pers\u00f6nliche Freiheit einschr\u00e4nken \u2013 die Freiheit, Auto zu fahren, zu fliegen, Fleisch zu essen. Ich merke, dass sich meine Freiheit dadurch einschr\u00e4nkt, die Sommer h\u00e4ufiger 40 Grad haben und auch in Europa das Trinkwasser knapp wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gerade im ersten Testament gibt Gott die Verhei\u00dfung auf gutes Leben von einer Generation zur n\u00e4chsten weiter. Die Bibel beginnt mit dem wundersch\u00f6nen Mythos, dass Gott die Welt geschaffen und wohl geordnet hat. Doch schnell erm\u00e4chtigt sich der Mensch \u00fcber diese Sch\u00f6pfung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie gelingt ein gutes Leben in Harmonie mit der Sch\u00f6pfung?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einen klaren Gedanken zu fassen, wo es seit langem (wenn \u00fcberhaupt) nichts Vergleichbares gab &#8211; schwierig!\u00a0 Worte zu finden f\u00fcr \u00fcber 170 Tote, zerst\u00f6rte Existenzen, weggesp\u00fclte Orte, f\u00fcr Menschen, die alles verloren haben \u00a0\u2013 Journalisten und Politikerinnen kamen an die Grenze des Formulierbaren. 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