{"id":6504,"date":"2020-11-13T16:12:02","date_gmt":"2020-11-13T15:12:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/?p=6504"},"modified":"2020-11-13T16:14:36","modified_gmt":"2020-11-13T15:14:36","slug":"corona-stresstest-fuer-die-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/?p=6504","title":{"rendered":"Corona &#8211; Stresstest f\u00fcr die Gesellschaft"},"content":{"rendered":"<p>Corona hat wie ein Brennglas gewirkt f\u00fcr alle Entwicklungen, die es vorher schon gab: die Zerkl\u00fcftung von Bildungschancen und Lebenschancen, Klimawandel, Demokratie, Kirche in der S\u00e4kularit\u00e4t. Leben in Digitalit\u00e4t. Alles ist intensiver, beschleunigter, sichtbarer. Darin liegen Chancen und Gefahren!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong><em>Impuls: Wir erleben wir Corona in den unterschiedlichen Lebensbereichen? Wie k\u00f6nnen und sollen die Kirchen agieren? &#8211; Impuls Tagung IKG Villigst, 13.11.2020<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Pers\u00f6nliche Einordnung<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wie habe ich Corona pers\u00f6nlich erlebt? Einige Spiegelstriche:<\/p>\n<p><em>Keine Kinder \u2013 kein Problem mit KiTas oder Schulen.<\/em><\/p>\n<p><em>Beamtenstatus. Arbeitszimmer. Garten. Merkw\u00fcrdig: Ehefrau hat seit M\u00e4rz nur zweimal getankt! <\/em><\/p>\n<p><em>Tod bzw. schwere Krankheit von mindestens zwei Bekannten. <\/em><\/p>\n<p><em>Kein Gesang: Weder in der Kirche noch im Stadion. <\/em><\/p>\n<p><em>M\u00e4rz bis August: ohne ein einziges gezapftes Bier!<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wir erlebe ich Corona in den unterschiedlichen Lebensbereichen?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1.1 Wirtschaft \u2013 Beobachtungen <\/strong><\/p>\n<p>Diakonie ist ein Teil der Wirtschaft. Wenn sonst das Controlling aufschreckt, wenn die Altenheimbelegung von 98% auf 97% f\u00e4llt oder ein Besch\u00e4ftigter in der Werkstatt l\u00e4nger als 14 Tage krank ist, rutschte pl\u00f6tzlich alles weg: faktischer Belegungsstopp in Altenheime, Behindertenheime, Kinderheim, rund 1.800 Besch\u00e4ftigte in den Werkst\u00e4tten f\u00fcr Menschen mit Behinderung blieben zu Hause. Anf\u00e4nglich war nicht klar, ob Kostentr\u00e4ger weiterzahlen.<\/p>\n<p>Wir werden lange Zeit Unsicherheit haben: Die <strong>Rettungsschirme <\/strong>f\u00fcr die Sozialwirtschaft werden nur nachrangig (subsidi\u00e4r) und teils ungesteuert angewandt.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Unsere Mitarbeitende erleben massive <strong>Flexibilisierungsanforderungen<\/strong>: Gruppenleitungen m\u00fcssen entscheiden, wen sie vorsichtshalber in Quarant\u00e4ne schicken, Fachanleiter aus den Werkst\u00e4tten wechselten in Wohnheime, Mitarbeitende m\u00fcssen adhoc mit Videokonferenzen zurechtkommt.<\/p>\n<p>Wir w\u00fcrden gerne in dieser Krise <strong>\u201eagiler\u201c<\/strong> werden \u2013 aber wie, wenn zwischenzeitlich fast t\u00e4gliche neue Verordnungen zu lesen und umzusetzen waren?!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1.2 Wirtschaft \u2013 Einordung <\/strong><\/p>\n<p>Wer profitiert von dem 140 Milliarden schweren Rettungsschirm? Werden die Schulden eher investiv oder konsumtiv genutzt, also zum Nutzen oder Schaden zuk\u00fcnftiger Generationen?<\/p>\n<p>Am Tag der Nachricht, dass ein Impfstoff gefunden ist, stieg der Aktienkurs der Pharmakonzerne, klar, aber auch die Werte der Luftfahrtbranche \u2013 so als ob es jetzt wieder los geht!- , w\u00e4hrend die Kurse von Bringedienste abst\u00fcrzten. Mit Corona kann spekuliert werden\u2026<\/p>\n<p>Das <strong>Kurzarbeitergeld<\/strong> hat \u2013 auch in unserer Diakonie &#8211; dazu beigetragen, Arbeitsverh\u00e4ltnisse zu erhalten. Die Konjunktur konnte sich auch dadurch in den Sommermonaten erstaunlich schnell erholen, dennoch droht ein nachgelagerter Effekt gerade bei der Arbeitslosigkeit in 2021.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Besonders f\u00fcr das Ruhrgebiet kommt ein entscheidend negativer Effekt hinzu: Durch den gigantischen staatlichen Rettungsschirm ist die anvisierte <strong>kommunalen Entschuldung<\/strong> in weite Ferne ger\u00fcckt. Es n\u00fctzt strukturschwachen Kommunen wenig, wenn sie mehr der \u2013 eben nicht \u00fcppigen \u2013 Gewerbesteuer behalten und von Sozialkosten entlastet werden (so der Rettungsschirm-Mechanismus). Es m\u00fcsste vielmehr der Teufelskreis durchbrochen werden, dass \u00fcberschuldete Kommunen Lebensqualit\u00e4t, Wohlstand und Bev\u00f6lkerungsgruppen verlieren, weil sie nicht ausreichend in die kommunale Daseinsvorsorge investieren k\u00f6nnen.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Das wird nicht mehr realisierbar sein!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1.3 Wirtschaft \u2013 und Kirche?<\/strong><\/p>\n<p>Die wirtschaftlichen Konsequenzen f\u00fcr die Kirche sind derzeit noch erstaunlich gering. Zum einen wirkt sich die kirchensteuerfreie Kurzarbeit erst auf das Kirchensteueraufkommen 2021 aus. Zum anderen arbeiten wohl viele Kirchenglieder oberhalb der von der Kurzarbeit betroffenen Arbeitsbev\u00f6lkerung und waren nicht betroffen. Viel entscheidender wird sein, inwieweit sich der Relevanz- und Imageverlust der Kirche \u2013 auch in der Krise &#8211; beschleunigt auf h\u00f6here Austrittszahlen auswirkt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Soziale Lage: Beobachtungen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Nat\u00fcrlich waren auch wir stolz \u00fcber den Applaus f\u00fcr die <strong>Pflege<\/strong> \u2013 noch nicht einmal, weil die Pflegekr\u00e4fte grunds\u00e4tzlich mehr geleistet h\u00e4tten als sonst, sondern wegen der gesellschaftlichen Anerkennung.<\/p>\n<p>Corona hat ein Dilemma offengelegt: Selten ist in so kurzer Zeit wie in dieser Gro\u00dfen Koalition so viel f\u00fcr die Pflege angesto\u00dfen worden<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>\u2013 und trotzdem laufen wir unabh\u00e4ngig von Corona auf einen Kollaps des Systems zu. Man muss nur den demographischen Wandel auf Mitarbeitenden- wie Patientenseite betrachten. Entsprechend ist das Problem der Intensivstationen nicht zu wenig Betten, sondern zu wenig Pflegekr\u00e4fte!<\/p>\n<p>Das Virus hat das Risiko eines Effizienz getrimmtes Gesundheitssystem hingewiesen, das m\u00f6glichst wenig Vorhaltekapazit\u00e4ten in Kliniken vorsieht und immer st\u00e4rker von allgemeiner Daseinsvorsorge auf die Behandlungsm\u00f6glichkeit des Einzelnen fokussiert ist \u2013 selbst wenn es weltweit zu den besten geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Wir haben als Tr\u00e4ger von Alten- und Behindertenwohnheimen schnell gemerkt, wie unsere Klient*innen in besonderer Weise in ihren <strong>Freiheitsrechten<\/strong> beschnitten waren.<\/p>\n<p>Vor allem bei den Menschen mit Behinderung sind massive R\u00fcckschritte \u2013 hinter das BTHG &#8211; hinsichtlich ihrer Teilhaberechte und Teilhabechancen zu verzeichnen: Die Werkst\u00e4tten wurden geschlossen, w\u00e4hrend die Industrie \u201eoffen\u201c blieb. Alle Behinderte wurden hinsichtlich ihrer F\u00e4higkeiten, Hygienema\u00dfnahmen einzuhalten, \u00fcber einen Kamm geschert.<\/p>\n<p>Wie haben uns als Diakonie in den Sommermonaten massiv f\u00fcr anlasslose Testungen eingesetzt, als Urlaubsr\u00fcckkehrer, Fu\u00dfballprofis, Lehrerinnen und Erzieher pr\u00e4ventiv getestet wurden, Pflegekr\u00e4fte aber nicht.<\/p>\n<p>Wir haben erlebt, wie wichtig es war, dass unsere <strong>Beratungsangebote <\/strong>erreichbar blieben: Substituierende Suchtkranke konnten nicht auf Begleitung verzichten. Pathologische Spielsucht, in der wir beraten, hat corona-bedingt massiv zugenommen. Unsere Schuldnerberatungen merken: Die Verschuldung von Rentner*innen nimmt massiv zu<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>.<\/p>\n<p>Wir haben Solidarit\u00e4t und eine enorme Spendenbereitschaft erlebt: Die Hertener Bev\u00f6lkerung spendete Lebensmittel f\u00fcr Wohnungslosen, denen es schlagartig am N\u00f6tigsten fehlte.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>2.2 <strong>Soziale Lage \u2013 Einordnung<\/strong><\/p>\n<p>Soziale Zerkl\u00fcftungen verst\u00e4rkten sich bzw. werden immer deutlicher sichtbar (z.B. Arbeits- und Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnisse von Schlachthelfern und Spagelstecherinnen, Existenzsorgen von Soloselbstst\u00e4ndigen (\u201evon der Hand in den Mund\u201c), prek\u00e4re Wohnverh\u00e4ltnissen von Familien.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Werden wir sp\u00e4ter mal von einer in ihrer Jugend beeintr\u00e4chtigten Corona-Generation sprechen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2.3 Soziale Lagen \u2013 und Kirche? <\/strong><\/p>\n<p>Es ist bei uns nicht gelungen, Kirchengemeinden und Diakonie aufeinander zu beziehen, obwohl diakonische Dienste im KK Recklinghausen oft direkt in Gemeindeh\u00e4usern angesiedelt sind. Die Gemeindeh\u00e4user waren schnell zu. Vereinzelnd gab es aber sehr wohl organisierte aufsuchende Nachbarschaftshilfe aus den Kirchengemeinden heraus, die wiederum nicht die diakonische Struktur erreichte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3.1 Bildung\/Jugend: Beobachtungen<\/strong><\/p>\n<p>Mit Schul- und Kindergartenschlie\u00dfung musste unsere Diakonie die Fr\u00fchf\u00f6rderung, Familienbildungsst\u00e4tte und Familienunterst\u00fctzenden Dienst schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Ambulante Jugendhilfe verlor zwar nicht den Kontakt zu den Familien, oft aber zu den im Homeoffice schwer erreichbaren Jugendamtsmitarbeitenden.<\/p>\n<p>Kinder und Jugendliche hatten keine \u00f6ffentlichen Orte mehr (Kitas, Schulen), wo ihre Hilfebedarfe h\u00e4tten auffallen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich erging es unseren Frauenh\u00e4usern, die freie Pl\u00e4tze hatten, weil Frauen nicht den Absprung wagten. Psychische Probleme waren h\u00e4ufiger anzutreffen als Gewalterfahrungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3.2 Bildung\/Jugend: Einordnung<\/strong><\/p>\n<p>Es ist kaum aufholbar, wenn entwicklungsverz\u00f6gerte Kinder ein halbes Jahr keine Fr\u00fchf\u00f6rderung erhalten. Insofern kann man fragen, inwieweit die Schlie\u00dfung von Bildungseinrichtungen auch \u00fcber die erste \u00d6ffnungsphase des Lockdown hinaus unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig war. Besonders Kindern wurden, ohne dass sie sich wehren konnten, Freiheits- und Entfaltungsrechten vorenthalten, wie die beiden Ethiker Matthias Braun und Peter Dabrock Mitte April monierten.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Auch sp\u00e4ter wurde die KiTa-\u00d6ffnung nicht bildungstheoretisch vom Recht des Kindes her diskutiert, sondern eher von der Notwendigkeit der Eltern (oder der V\u00e4ter), wieder arbeiten gehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Schulsystem beobachte ich eine unglaubliche Statik. W\u00e4hrend Schulen in Nachbarl\u00e4ndern die Klassen schon im M\u00e4rz teilten \u2013 H\u00e4lfte pr\u00e4sent, H\u00e4lfte digital von zu Hause &#8211; , ist bei uns der \u201eSolinger Weg\u201c unerw\u00fcnscht. Hybride Unterrichtsformen zu entwickeln, ist zu oft abh\u00e4ngig vom pers\u00f6nlichen Engagement von Lehrer*innen und Schulleitungen. Nat\u00fcrlich reicht es nicht, Sch\u00fcler*innen mit Hardware auszustatten, wenn IT-Systeme und Didaktik fehlen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>3.3 Bildung\/Jugend \u2013 und Kirche?<\/strong><\/p>\n<p>Was wird aus der klassische Jugend- und Konfirmandenarbeit? Fallen wir in Frontalunterricht zur\u00fcck? Ist die Konfi-App der EKD passgenau? \u2013 Gemeinden, die bereits interprofessionelle Teams von Pfarrer*innen und Gemeindep\u00e4dagog*innen gebildet haben, waren in meiner Wahrnehmung deutlich flexibler aufgestellt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>4.1 Seelsorge\/Seelische Lage: Beobachtungen<\/strong><\/p>\n<p>Die faktische Schlie\u00dfung der Altenheime war f\u00fcr mich mit Blick auf die seelische Befasstheit der Bewohner*innen einschneidend: Die Angst vor Infektionsgeschehen (mit t\u00f6dlichem Ausgang wie in W\u00fcrzburg, Wolfsburg oder Gladbeck) war berechtigterweise gro\u00df \u2013 bei Tr\u00e4gern wie beim Gesetzgeber. Aber inzwischen ist klar, dass Freiheitsrechte im verfassungswidrigen Sinne entzogen wurden.<\/p>\n<p>Die <em>fachliche<\/em> die Spannung zwischen Care (Schutz, F\u00fcrsorge) und Autonomie war in den gesetzlichen Spielr\u00e4umen kaum austarierbar. Erste Angeh\u00f6rigen-Kontakte erinnerten an Gef\u00e4ngnis-Besuche.<\/p>\n<p>Das Pflegepersonal hat notgedrungen \u2013 bewusst oder unbewusst \u2013 am kirchlichen Seelsorgeauftrag mitgewirkt: Sie haben auf Einsamkeit, zunehmende Lebensm\u00fcdigkeit und \u00c4ngste eingewirkt. &#8211; Wir haben Menschen, die noch eine kurze Lebensspanne haben, soziale Beziehungen und Kontakte vorenthalten m\u00fcssen.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Kirchen in NRW bei Gottesdiensten ihre Eigenst\u00e4ndigkeit untermauern konnten, gab es im 1. Lockdown keine ausdr\u00fccklichen Zugangsrechte f\u00fcr Seelsorger*innen. Ein gro\u00dfes Dilemma gerade f\u00fcr kirchliche Altenheimtr\u00e4ger, v.a. aber f\u00fcr Bewohner*innen und Angeh\u00f6rige.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>4.2 Seelsorge\/Seelische Lage: Einordnung<\/strong><\/p>\n<p>Die Lage hat sich um 180 Grad gedreht: Ging es anf\u00e4nglich nur um Gew\u00e4hrleistung der Pflege und das Heraushalten des Virus, seht nun der Teilhabegedanke obenan. Der Zugang von Seelsorger*innen ist ausdr\u00fccklich geregelt.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p>Mit dem Fokus auf Teilhabe und Selbstbestimmung sind m.E. auch zwei leidige Debatten erschlagen: einmal alle utilitaristisch anmutenden Eingebungen (wie die des Gr\u00fcnen-Politiker Boris Palmer), dass man Menschen nicht retten m\u00fcsse, die in einem halben Jahr so wie so tot w\u00e4ren. Darum geht es eben nicht! &#8211; Und zum anderen um die Klarstellung, dass man keine Pflegeheime zusperrt, nur weil Jugendliche Party machen wollen.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Nach dem W\u00fcrdebegriff des Grundgesetzes kann eben nicht das menschliche Leben oder die Freiheit verschiedener Gruppen gegeneinander ausgespielt werden!<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>4.3 Seelsorge\/Seelische Lage \u2013 und Kirche?<\/strong><\/p>\n<p>Seelsorge hat an Bedeutung gewonnen. Im Altenheimbereich haben Gemeindepfarrer*innen oft kreative Andachtsformen entwickelt (z.B. mit Posaunen im Garten), es gab im Lockdown bei uns \u2013 buchst\u00e4blich \u2013 Hintert\u00fcren, um Sterbende zu begleiten. Weil die EKvW keine pastoralen Dienste (Entsendungsdienste) mehr in Altenheim vorsieht, waren ehrenamtliche Strukturen besonders belastet bzw. besonders lange ausgesperrt.<\/p>\n<p>Die <strong>psychischen Problemlagen<\/strong>, die durch Corona entstanden sind, sind jetzt schon immens: Angstst\u00f6rungen, \u00dcberforderung, existentielle Unsicherheit, Alltagsunsicherheit: Das unsichtbare Virus hat sich Macht verschafft!<\/p>\n<p>Daher ist es gut, dass die <strong>Telefonseelsorge<\/strong> als \u00f6kumenisches Angebot so pr\u00e4sent ist mit ihrer \u00dcber\u00f6rtlichkeit, ihrem niederschwelligen Zugang und der Anonymit\u00e4t (Gunhild Vestner kann berichten).<\/p>\n<p>Hier ist zu fragen: Wo sind die Verbindungen zur parochial organisierten Seelsorge, wo sind jeweilige Grenzen gerade mit Blick auf die psychischen Erkrankungen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>5.1 Demokratie: Beobachtungen<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe twitternde B\u00fcrgermeister im Netz getroffen, die Facebook-Sprechstunden abhielten, weil zwischenzeitlich ihre Termine ausfielen. &#8211; Das Infektionsschutzgesetz ist das einzige Bundesgesetz f\u00fcr eine Pandemie. &#8211; Kommunalwahlen sind ordnungsgem\u00e4\u00df \u00fcber die B\u00fchne gegangen\u2013 so f\u00f6deral die Politik, so vielf\u00e4ltig die Eindr\u00fccke!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>5.2 Demokratie \u2013 Einordnung<\/strong><\/p>\n<p>Krise ist immer die Zeit der Exekutiven \u2013 aber wie lange ist Krise?! Und was ist, wenn die Krise lange ist?<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich haben die Corona-Verordnungen ein Demokratie-Defizit. &#8211; Der Vize-Bundestagspr\u00e4sident Thomas Oppermann hat noch kurz vor seinem Tod festgestellt: Nicht erst durch Corona, sondern schon seit Jahren kommen Gesetzesentw\u00fcrfe fast ausnahmslos aus dem Kabinett oder den Ministerien (also aus der Exekutiven) \u2013 Wir haben es also mit einem grunds\u00e4tzlichen Problem zu tun!<\/p>\n<p>F\u00fcr den Soziologen Andreas Reckwitz erfindet sich der Staat gerade neu: und zwar als \u201eresilienter Staat\u201c, der Versorge schafft gegen permanente Gef\u00e4hrdungen wie Pandemien, digitale Crashs, Terror, Hasskriminalit\u00e4t und Klimawandel: der Staat nicht mehr als Wohlfahrtsstaat oder Wettbewerbsstaat, sondern als Infrastrukturstaat, der basale \u00f6ffentliche G\u00fcter sichert, z.B. Gesundheit.<\/p>\n<p>Beunruhigend: Der \u201eresiliente Staat\u201c kann liberal sein, aber auch autorit\u00e4r ausgerichtet sein. Wir sehen weltweit diese verschiedenen Spielarten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>5.3 Demokratie \u2013 und Kirche?<\/strong><\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche mir weiterhin eine Kirche, die sich der demokratischen Willensbildung und dem gesellschaftlichen Diskurs verpflichtet f\u00fchlt.<\/p>\n<p>Ich tr\u00e4ume in unseren kirchlichen R\u00e4umen von \u201eRunden Tischen\u201c, von Formaten \u00f6ffentlicher Rede und Gegenrede Ort, \u00fcberparteilich und sozialr\u00e4umlich orientiert. Kirche kann das, weil sie selbst involviert ist: Was planen wir in Kinderg\u00e4rten? Was ist jetzt dran in der Familienbildung? Wo sind Hilfebedarfe unserer Alten, unserer Jugendlichen? \u00dcber welche ethischen Fragen \u2013 Zugang zu Schnelltests oder Impfungen \u2013 soll nicht nur der Deutsche Ethikrat debattieren, sondern wie kommen wir zu nachvollziehbaren Entscheidungen vor Ort? Wie lauten unsere Gebete f\u00fcr mehr Mut und R\u00fccksichtnahme?<\/p>\n<p>Es gibt wenige gesellschaftliche Instanzen wie die Kirchen, die gegen die Vereinheitlichungstendenzen der Meinungen in den Sozialen Medien Sprach- und Denkr\u00e4ume anbieten k\u00f6nnten, wo bewusst Widerspr\u00fcchlichkeiten und Vagheiten diskutiert werden und fremde Sichtweisen auszuhalten w\u00e4ren.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p>Wann ergreifen wir solche Initiativen?\u2013 Es ist nicht eine des Hygienekonzeptes, sondern inwieweit wir uns als \u00f6ffentliche und verantwortliche Kirche sehen und einzubringen wagen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>6.1 Das gro\u00dfe Ganze \u2013 meine Beobachtung<\/strong><\/p>\n<p>Zwei S\u00e4tze haben sich bei uns ausgepr\u00e4gt:<\/p>\n<ol>\n<li>Satz<strong>: \u201eIn der Krise sind die Tr\u00e4gen noch tr\u00e4ger und die Engagierten noch engagierter geworden.\u201c<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>R\u00fcckzug <em>und<\/em> \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Einsatz \u2013 beides zusammen erst macht f\u00fcr mich die Krise aus. Es geht um Solidarit\u00e4t in ohnehin auseinanderdriftenden Bereichen, in der Diakonie etwa zwischen den Mitarbeitenden in den Verwaltung, die sich ins home office zur\u00fcckziehen konnten, und denen in der Pflege, die faktisch durch k\u00f6rpernahe T\u00e4tigkeit t\u00e4glich die eigene Gesundheit riskieren.<\/p>\n<p>Es geht um den \u201eEnergiehaushalt\u201c ganzer Organisationen, gerade derjenigen, die von hoher intrinsischer Motivation leben: Diakonie und Kirche, Schule. Tr\u00e4gheit hier, hohe Energie dort kann kein l\u00e4ngerer Zustand sein \u2013 zumal wenn Corona uns wieder auf die andere Mega-Themen zur\u00fcckwirft, die keinen Aufschub erlauben: Klimaschutz, Multilateralismus, soziale Zerkl\u00fcftung&#8230;<\/p>\n<p>Zweiter Satz\u2013 kurz vor dem Sommer: <strong>\u201eWas wir nicht jetzt wieder aufmachen, k\u00f6nnen wir gleich zulassen.\u201c <\/strong><\/p>\n<p>In der Diakonie war uns schnell klar: Wenn wir vor Ort nicht m\u00f6glichst schnell wieder pers\u00f6nlich aufsuchbar werden, werden wir schnell nicht mehr ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Corona wird gesamtgesellschaftlich massive Auswirkungen haben auf die Vielfalt und das fl\u00e4chendeckende Vorhandensein von Diensten und Gewerbe, Museen und \u00f6ffentliche Einrichtungen, Einkaufsm\u00f6glichkeiten und kulturellen Orten. Es werden auch kirchliche Orte einfach sterben, selbst wenn sie in der volkskirchlichen Planung noch vorgesehen sein sollten\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>6.2 Das gro\u00dfe Ganze \u2013 und die Kirche?<\/strong><\/p>\n<p>Der Medizin und der Naturwissenschaft, nicht der Kirche ist in dieser Krise die F\u00fchrungsrolle zugeschrieben worden. Es kann kr\u00e4nkend sein, nicht mehr systemrelevant zu sein. Wolfgang Huber hat berechtigterweise eingewandt, dass Kirche eher <em>existenz<\/em>relevant sein soll.<\/p>\n<p>Dennoch stellt sich die Frage: Ist die Pandemie Lehrst\u00fcck und Trigger f\u00fcr die S\u00e4kularisierung und Privatisierung von Religion in westlichen Gesellschaften (Ulrich K\u00f6rtner)? Geht alles noch schneller?<\/p>\n<p>Eine Antwort geben darauf geben nicht die zur gleichen Zeit ver\u00f6ffentlichten \u201e11 Leits\u00e4tze der EKD\u201c. Sie sind so kontextlos und allgemein, dass sie von jedem Standpunkt aus interpretierbar sind. Verr\u00e4terisch waren die emp\u00f6rten Aufschreie derer, die die Vorrangstellung der Parochie verteidigen, ohne sich die M\u00fche zu machen, einmal deren Leistungsf\u00e4higkeit zu hinterfragen. Die vereinsm\u00e4\u00dfig organisierte Gemeindehaus-Kirche erreicht wenige (und immer weniger) Menschen an immer weniger Orten. Entsprechend war genau diese Gestalt von Kirche in dem Moment \u00fcberfordert, als der mediale Fokus in der Krise auf den Kirchturm fiel: Wo ist eigentlich die Kirche in der Krise? Haben wir uns mehr mit dem Infektionsschutzgesetz als mit der Bibel besch\u00e4ftigt (Heribert Prantl)? &#8211; Diese Frage w\u00e4re aber genauso relevant f\u00fcr Zeiten jenseits der Pandemie und insofern in ihrer Zuspitzung auch ein st\u00fcckweit ungerecht.<\/p>\n<p>Ich habe f\u00fcr \u00f6ffentliche kirchliche Orte geworben, also f\u00fcr eine Kirche vor Ort, die sich aber nicht in Gottesdienst und Gemeindehaus-Leben ersch\u00f6pft, sondern die sich sozialr\u00e4umlich \u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Welche N\u00e4he haben wir zu den Menschen, wenn wir die diakonischen Dienste mitdenken!<\/p>\n<p>Leitende Geistliche h\u00e4tten auf den Vorwurf, dass die Kirche nicht bei den Menschen gewesen w\u00e4re, Diakonie und Kirche zusammen denken m\u00fcssen, so wie der Zusammenhang bei Sonntagsreden stets beschworen wird: Kirche aus \u201eKirche und Diakonie\u201c war 24\/7 wir bei den Menschen!<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a><\/p>\n<p>Zuk\u00fcnftig stellt sich m.E. die Herausforderung, ob wir die vier altkirchlichen Kennzeichen der Kirche \u2013 Zeugnis, Liturgie, Diakonie und Gemeinschaft \u2013 auch digital oder, noch besser, hybrid entwickeln. Bei digitalen Gottesdiensten ist zuletzt viel gelungen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schlussbemerkung<\/strong><\/p>\n<p>Ich kreise im Nahbereich, wobei Kirche in der Pandemie weltweit zu denken ist. Ich m\u00f6chte den Kontakt zu Freunden in unserer Partnerkirche am Rio de la Plata nicht missen, deren Lage weitaus drastischer ist &#8230;<\/p>\n<p>Den weiten Blick hat der Philosoph Markus Gabriel bei der Er\u00f6ffnung mit Litcologne im September gewagt:<\/p>\n<p>\u201eZum ersten Mal tut die Menschheit als ganze dasselbe und bek\u00e4mpft mit einer Zeitverz\u00f6gerung von eins, zwei Monaten weltweit die gleiche Gefahr \u2013 eine bisher nie dagewesene Innovation durch die Wissensgesellschaft. Gleichzeitig trifft diese Wissensgesellschaft auf die sch\u00e4rfste epistemische [erkenntnistheoretische] Krise, die die Menschheit jemals hatten, n\u00e4mlich den Zweifel daran, dass es Wahrheit und Wirklichkeit gibt.\u201c<\/p>\n<p>Dass Wahrheit und Wirklichkeit an prominenter Stelle geleugnet werden, sagte Gabriel vor der US-Wahl. Wie gro\u00df k\u00f6nnte jetzt neu die Chance sein, diese Menschheitskrise gemeinsam zu bew\u00e4ltigen, Wissen (etwa bei der Impfstoff-Suche) zu teilen und im Umgang mit zuk\u00fcnftigen Krisenherden voneinander zu lernen?<\/p>\n<p>Ich schlie\u00dfe daher mit der Hoffnung, dass wir uns derzeit alle die Frage stellen, was wir nun beim Lockdown light anders, besser, machen als im Fr\u00fchjahr. Ich m\u00f6chte die Werkst\u00e4tten f\u00fcr Menschen mit Behinderung nicht wieder zumachen und nicht mehr Altenheime abriegeln.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vgl. v.a. Sozialdienstleister-Einsatzgesetz (SodEG).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Die Unruhe im Arbeitsmarkt hat zugenommen: Im Oktober war die Zahl der Stellensuchenden um 550.000 h\u00f6her als im Jahr zuvor. (https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/arbeitslosigkeit-deutschland-corona-arbeitslose-1.5097811)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Bereits heute beziffert das Deutsche Institut f\u00fcr Urbanistik die kommunale Investitionsl\u00fccke mit 138 Milliarden Euro.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> 13.000 Pflegekr\u00e4fte mehr \u00fcbers Pflegepersonalst\u00e4rkungsgesetz, Erh\u00f6hung des Pflegemindestlohns, die Abschaffung des Schulgeldes, die generalistische Ausbildung, Einf\u00fchrung von Personaluntergrenzen, Herausl\u00f6sung der Pflege aus den Fallkosten, Einfrieren des Pflege-Eigenanteils u.v.m.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Schuldenatlas 2020 von Creditreform (11-2020): Seit 2013: Vervierfachung der \u00fcberschuldeten Personen \u00fcber 70 Jahre. Letzte 12 Monate (d.h. auch corona-bedingt): +23% bei den \u00dc70-J\u00e4hrigen, +13% bei 60-69-J\u00e4hrigen. Wenn sich allgemein die Zahl der verschuldeten Personen um 69.000 auf 6,85 Millionen verringerte, erwartet der Schuldenatlas ebenfalls einen nachgelagerten Effekt in 2021.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Report Mainz-Bericht aus Kaiserslautern vom 10.11.2020.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/corona-krise-und-familien-kinder-haben-ein-recht-auf-gegenwart-a-6864de34-e0fc-47d6-843d-beb3174654f9<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Hier passt der nachdenkliche Satz von Jens Spahn aus dem April: \u201eWir werden in ein paar Monaten wahrscheinlich viel einander verzeihen m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Besonders negativ d\u00fcrfte sich ausgewirkt haben, dass durch die fl\u00e4chendeckende Streichung von Entsendungsdienst-Auftr\u00e4gen oft keine hauptamtliche pastorale Seelsorge mehr vorhanden ist, auf deren Seelsorgeprivileg die Kirche sich h\u00e4tte berufen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Vergleicht man den jeweils ersten Satz der Corona-AV aus April und November, ist ein fundamentales Umdenken erkennbar:<\/p>\n<p>\u201eDie Versorgung von pflegebed\u00fcrftigen Menschen [..] muss auch w\u00e4hrend einer epidemischen Lage verl\u00e4sslich [\u2026] gew\u00e4hrleistet sein.\u201c (Corona-AV NRW vom 29.4.20)<\/p>\n<p>\u201eBewohnerinnen und Bewohner, die in station\u00e4ren Pflegeeinrichtungen leben, haben das Recht auf Teilhabe und soziale Kontakte.\u201c (Corona-AV Pflege und Besuche vom 4.11.2020)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Christoph Seils, publikform 21\/2020, 10.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> . Es geht um das, was die Psychologin Else Frenkel-Brunswik schon 1949 mit dem sperrigen Namen \u201eAmbiguit\u00e4tstoleranz\u201c versah.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Und es war auch wohltuend, dass die Evangelische Kirche eben keine Hirtenworte von oben kennt, sondern das Priestertum aller Glaubenden vor Ort hat \u2013 mit Kreativit\u00e4t und Energie, aber auch einer Begrenztheit, die anscheinend nicht allen Kritikern bewusst war. (Springhart, zz 8-2020, ff.).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Corona hat wie ein Brennglas gewirkt f\u00fcr alle Entwicklungen, die es vorher schon gab: die Zerkl\u00fcftung von Bildungschancen und Lebenschancen, Klimawandel, Demokratie, Kirche in der S\u00e4kularit\u00e4t. Leben in Digitalit\u00e4t. Alles ist intensiver, beschleunigter, sichtbarer. 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