{"id":600,"date":"2017-01-11T21:15:07","date_gmt":"2017-01-11T20:15:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/?p=600"},"modified":"2017-01-11T21:15:07","modified_gmt":"2017-01-11T20:15:07","slug":"sie-haben-ihr-ziel-erreicht-weihnachten-2013-zu-eg-546","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/?p=600","title":{"rendered":"Sie haben Ihr Ziel erreicht (Weihnachten 2013 zu EG 546)"},"content":{"rendered":"<p>\u201eIhr Ziel befindet sich in einer nicht befahrbaren Stra\u00dfe&#8220;, so h\u00e4tte vielleicht das Navigationssystem gesprochen. Aber die drei Weisen haben nicht die moderne Satelliten-Technik zu Rat ziehen k\u00f6nnen, sondern sie haben in die Sterne geschaut.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Predigt 2. Weihnachtstag<\/strong><\/p>\n<p><strong>Lutherkirche Altena<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zum &#8222;Stern von Bethlehem&#8220; (Weihnachtsmusical)<\/strong><\/p>\n<p>Und \u00fcberhaupt sind da viele kleine feine Unterschiede zu erkennen zu der Art, wie wir uns heute f\u00fchren lassen, wenn wir einen Weg vor uns haben: Was h\u00e4tten die Weise denn \u00fcberhaupt als Ziel eintippen sollen? Von Bethlehems Stall als Ziel wussten sie gar nichts. Vielleicht w\u00e4ren sie auch gar nicht losgereist \u2013 denn mit ihren kostbaren Geschenken waren sie auf diesen Ort nicht eingestellt.<\/p>\n<p>Und w\u00fcrden sie \u00fcberhaupt am Stall von Bethlehem h\u00f6ren \u201eSie haben Ihr Ziel erreicht\u201c, wo wir doch wissen, dass diese Geschichte erst noch so richtig weitergeht und ihre Reise zum Heimatort an Herodes Palast vorbei gehen wird, um Jesus das Leben zu retten.<\/p>\n<p>Und \u00fcberhaupt: K\u00f6nnte ein Navi \u00fcberhaupt die Funktion \u00fcbernehmen, die der Stern in der Weihnachtsgeschichte hat?<\/p>\n<p>Es ist doch eine Unterschied, ob ich einem Stern folge \u2013 oder ob das Navi Kontakt zum Satelliten aufnimmt.<\/p>\n<p>In der Weihnachtsgeschichte kommen Menschen vor, die sich an den <em>Stern<\/em>en orientieren. Das ist weit mehr als eine Fernsteuerung per Satellit. Es ist viel weniger eindeutig. Es funktioniert nur, wenn der Himmel klar ist. Es braucht viel Geduld. Wer schon mal versucht hat, am Nachthimmel ein bestimmtes <em>Stern<\/em>bild auszumachen (au\u00dfer vielleicht dem Gro\u00dfen Wagen), wei\u00df, wie schwierig das sein kann.<\/p>\n<p>Noch viel schwieriger als einen <em>Stern<\/em> zu finden, ist, einem <em>Stern<\/em> zu folgen. Wir suchen uns einen <em>Stern<\/em> aus und folgen ihm. Nicht nur, dass wir ihn in den T\u00e4lern des M\u00e4rkischen Kreises des \u00f6fteren aus den Augen verlieren w\u00fcrden und so mancher Umweg n\u00f6tig w\u00e4re \u2013 es ist aufgrund der Entfernung doch fast unm\u00f6glich, einem Stern zu folgen!<\/p>\n<p>Die Weisen aus dem Morgenland machen das aber! Und sie machen es gerade weil der Ort nicht genau bekannt ist, aber das Ziel klar im Blick ist: Wir wollen den neugeborenen K\u00f6nig anbeten!<\/p>\n<p>Einem <em>Stern<\/em> folgen: das hei\u00dft \u2013 ganz im Gegenteil zum Navi \u2013 selber eine Richtung haben, und doch immer wieder entscheiden m\u00fcssen, welcher konkrete Schritt mich jetzt in diese Richtung bringt. Einem <em>Stern<\/em> folgen \u2013 das ist eine anspruchsvolle, aber auch aufregende Art, den eigenen Weg zu finden.<\/p>\n<p>Die allerwichtigste Entscheidung kann uns sowieso keiner abnehmen, auch kein Navigationssystem. Selbst da muss man ja vorher eingeben, wo man eigentlich hin will. Welchem <em>Stern<\/em> will ich folgen? Es gibt mindestens so viele Lebensziele, Wunschtr\u00e4ume und Vorbilder wie <em>Stern<\/em>e am Himmel. Wo liegt der Sinn meines Lebens? Wo ist der Grund wahrer Lebensfreude? Wo bekomme ich Boden unter die F\u00fc\u00dfe? Wo kann ich mit meinen menschlichen Schw\u00e4chen bestehen? \u2013 An der Krippe, wo die Frage nach Gott, nach unserem Heil, nach unserer Zukunft sich fokussiert auf diesen einen unwiderbringbaren Moment: der Freude \u00fcber ein neugeborenes Kind.<\/p>\n<p>Die Weisen aus dem Morgenland waren klug und begabt \u2013 das beweist ihre Himmelskundigkeit. Sie waren reich \u2013 das beweisen ihre Geschenke. Doch das alles gen\u00fcgt ihnen nicht. Sonst h\u00e4tten sie ja zu Hause bleiben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sie wussten: Es muss <em>mehr und besseres <\/em>in der Welt geben als Reichtum und Sch\u00f6nheit, Klugheit und Macht. Sie hielten sehns\u00fcchtig Ausschau nach einem <em>Stern<\/em>, der gr\u00f6\u00dfer und heller war als alles, wonach sie sich bis dahin gerichtet hatten. Eines Tages entdecken sie diesen <em>Stern<\/em> dann tats\u00e4chlich: den <em>Stern<\/em> von Bethlehem. Und da lassen sie alles stehen und liegen, um diesem neuen, anziehenden <em>Stern<\/em> zu folgen.<\/p>\n<p>Dieder <em>Stern<\/em> ist mehr als nur ein Wegweiser. Der <em>Stern<\/em> ist ein Symbol f\u00fcr Gottes Sohn. So wird es bereits im Ersten Testament verhei\u00dfen: \u201eEin <em>Stern<\/em> geht in Jakob auf, ein Zepter erhebt sich in Israel\u201c Und wir singen bis heute vom \u201ehelle Morgen<em>stern<\/em>\u201c.<\/p>\n<p>Warum ist Jesus der Morgen<em>stern<\/em>? Weil der Morgen<em>stern<\/em> der gr\u00f6\u00dfte und hellste der <em>Stern<\/em>e ist. Weil dieser <em>Stern<\/em> nicht nur eine Richtung angibt, sondern wie ein leuchtendes Versprechen ist \u2013 das Versprechen eines neuen Tages, einer neuen Zeit!<\/p>\n<p>In Jesus leuchtet das Versprechen einer neuen Zeit auf, in der Ungerechtigkeit und Leid, Unfriede und Tod endg\u00fcltig besiegt sind. Von diesem <em>Stern<\/em> her strahlt uns das helle Licht einer Welt voller Liebe und Frieden an \u2013 gerade auch in unsere Dunkelheiten hinein, in unsere \u00c4ngste und Sorgen. In die Schattenseiten unserer Seele.<\/p>\n<p>Im Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach erklingt der Choral \u201eBrich an du sch\u00f6nes Morgenlicht\u201c genau in die Furcht der Hirten hinein: \u201eUnd sie f\u00fcrchteten sich sehr.\u201c Dann der Choral: \u201eBrich an du sch\u00f6nes Morgenlicht \/ und lass die Himmel tagen!\u201c Und dann geht das Evangelium weiter mit dem Engel, der sagt: \u201eF\u00fcrchtet Euch nicht!\u201c<\/p>\n<p>Lass die Himmel tagen \u2013 der Stern von Bethlehem steht auch daf\u00fcr, dass Gott in eigener Sache gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Klarheit schafft, Licht ins Dunkle bringt, sich zeigt (\u201eDie Klarheit des Herrn leuchtete \u00fcber sie &#8230;\u201c). Es ist dieser gro\u00dfer Begriff aus der Bibel im Ersten und Zweiten Testament, der mal \u201eHerrlichkeit Gottes\u201c genannt wird, mal Gottes Gottes, mal Klarheit oder \u201eSchein\u201c. Die Begriffe haben alle mit \u201eLicht\u201c zu tun: In dem Kind schafft Gott Klarheit, wer er ist: wahr Mensch und wahrer Gott.<\/p>\n<p>Damit steht dieser <em>Stern<\/em> nicht nur \u00fcber dem Stall von Bethlehem, sondern auch \u00fcber Eurem und meinem Leben. Jesus Christus kann uns den Weg weisen zu einem Leben, das erhellt wird von Gottes Liebe. An Weihnachten sind wir pl\u00f6tzlich ganz nah dran &#8230;<\/p>\n<p>Wir loben selber (wie die Engel), wir verspr\u00fchen selber Licht in der Dunkelheit (wie der Stern). Wir nennen uns Christen (folgen also Jesus, dem Christus, nach) .<\/p>\n<p>\u201eWir stehen im Stall an der Krippe\u201c (singen die Weisen) . Wir singen mit den anderen Zeugen dieser Nacht (\u201eKommet ihr Hirten\u201c)<\/p>\n<p>Dahin k\u00f6nnen uns keine Satelliten leiten. Aber unser Herz und unser Mut. Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIhr Ziel befindet sich in einer nicht befahrbaren Stra\u00dfe&#8220;, so h\u00e4tte vielleicht das Navigationssystem gesprochen. 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