{"id":566,"date":"2017-01-11T18:46:40","date_gmt":"2017-01-11T17:46:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/?p=566"},"modified":"2017-01-11T18:46:40","modified_gmt":"2017-01-11T17:46:40","slug":"nichts-ist-ohne-klang-kantoreijubilaeum-2012-zu-eg-1654","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/?p=566","title":{"rendered":"Nichts ist ohne Klang (Kantoreijubil\u00e4um 2012 zu EG 165,4)"},"content":{"rendered":"<p>Majest\u00e4tisch Wesen, \/\u00a0 m\u00f6cht ich recht dich preisen \/ und im Geist dir Dienst erweisen. (EG 165,4) Eine Anbetung. Wie sollte das ohne die Musik gehen?<!--more--><\/p>\n<p><strong>Predigt \u2013 Lutherkirche<\/strong><\/p>\n<p><strong>Miserikordias Domini -Jubil\u00e4um Lutherkantorei Altena<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nichts ist ohne Klang<\/strong><\/p>\n<p>Wie w\u00e4re ein Halleluja, nicht in T\u00f6ne gefasst?<\/p>\n<p>Wie w\u00e4re Religion, ohne die Emotion, ohne die Motivation, ohne Rhythmus und Struktur, ohne den Atem, der durch uns Menschen hindurchgeht, die auch die Musik auszeichnet?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Religion und Musik \u2013 man k\u00f6nnte sagen: Szenen einer Ehe! Sie k\u00f6nnen nicht ohne einander!<\/p>\n<p>Aber auch: Durch die Jahre auch oft auseinander gelebt, aber wieder zu einander gefunden: \u201eJahr der Kirchenmusik 2012\u201c, Teil der road map auf dem Weg zum Reformationsjubil\u00e4um.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eSingen zum Lobe Gotte\u201c \u2013 Das ist G\u00fcnter Treecks mehrfache Antwort auf den Sinn und Zweck, warum es eine Lutherkantorei geben sollte \u2013und gab: 1972 gegr\u00fcndet, vom damals neuen Kantor, der in eine Gemeinde kam, in der die Chormusik mehr oder weniger brach lag, die Orgel auf dem letzten Loch pfiff, und der von Haus zu Haus ging, eben mit Anliegen: Das Lob Gottes soll zum Klingen gebracht werden. Kommt doch in die Lutherkantorei! Einst mit 12 S\u00e4ngerinnen und S\u00e4ngern, beim ersten Konzert 1973 in der Melanchthonkirche waren es schon 17. Mal waren es 40, aber eben immer mindestens 30 bis 35 \u2013 bis heute!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit wechselnder Heimat: Das Gemeindehaus an der Fritz-Thom\u00e4-Stra\u00dfe, ab 1987 das damals neu gebaute Lutherhaus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit unglaublich viel Kontinuit\u00e4t: nur drei Leitende in vier Jahrzehnten: 26 Jahre G\u00fcnther Treeck, selbst noch ehrenamtlich nach seinem Dienstende; gut 2 Jahre Dorothee Wohlfahrt (Stuttgart), seit 2000 sch\u00f6n Johannes K\u00f6stlin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>9 Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau. (1Kor 3)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Priestertum aller Glaubenden dr\u00fcckt sich in besonderer Weise darin aus, dass Ihr die Frohe Botschaft, das Evangelium singt \u2013 und damit Euch und der ganzen Gemeinde auslegt. Die Verk\u00fcndigung ist eben nicht nur gesprochenes Wort, sondern auch gesungenes Wort! Seit der Reformation. In Soest, meiner Heimatstadt, sagt man, dass die Gemeinde in der Gegenreformation den evangelischen Gottesdienst rettete, indem sie sonntags so lange und ununterbrochen Chor\u00e4le sang, bis wieder der evangelische Pfarrer auf die Kanzel durfte\u2026 Priestertum, M\u00fcndigkeit aller Gl\u00e4ubigen \u2013 zur Ehre Gottes!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>II.<\/p>\n<p>Bei Paulus hei\u00dft es an einer Stelle im 1Kor 14 \u00fcber das Wort Gottes: \u201eNichts ist ohne Klang\u201c, ohne \u201ePhon(os)\u201c. Keine biblische Botschaft, die nicht besonders klingt \u2013 nicht nur f\u00fcr die H\u00f6rerinnen und H\u00f6rer, sondern vor allem auch erst einmal f\u00fcr den Chor selber.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ihr bringt Ihr heute zum Klingen, was Euch lieb und wichtig geworden ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn ich in den letzten Wochen und Tagen Chors\u00e4ngerinnen und Chors\u00e4nger gefragt habe, was das besonders Reizvolle und Sch\u00f6ne an einer Kantorei w\u00e4re, war die Antwort fast unisono: dass biblische Texte einen Klang erhalten. \u2013 Und wenn wir sie dann als Lesung im Gottesdienst h\u00f6ren, dann klingen dem Chors\u00e4nger im Kopf die Melodien mit. Und der Text ist kein fremder Text. Er ist Text, der bereits klingt, der sich so einpr\u00e4gt hat. Der schon adressiert und charakterisiert ist durch die Musik. Der mir schon geh\u00f6rt, weil er in mir klingt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mehr wollte die Reformation, diese gewaltige Wort-Bewegung nicht: dass man das Evangelium \u201em\u00fcmmelt\u201c, sich aneignet. Und: Bibeltexte kann man eben auch vom Notenpapier m\u00fcmmeln: Weihnachtsoratorium, Passionswerke, Kantaten, einfache Chor\u00e4le \u2013 es kommt in 40 Jahren ein reicher Fundus an klingenden Bibelversen zusammen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nichts bleibt ohne Klang! \u2013 Das ist letztlich nicht nur Eure Erfahrung, sondern eine Verhei\u00dfung! Gottes Wort wird klingen \u2013 <em>durch seine Mitarbeiter im Ackerfeld.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So hat die Lutherkantorei 40 Jahre verk\u00fcndigt:<\/p>\n<p><em>11 Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.<\/em><\/p>\n<p><em>8 Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>III.<\/p>\n<p>Die frohe Botschaft, auch die gesungene frohe Botschaft, gilt es immer wieder neu auszudr\u00fccken. Wer Gott ist, welche Verhei\u00dfungen und Pl\u00e4ne er mit seiner Gemeinde hat, gilt es immer wieder neu in Wort und Musik zu fassen. Neben den alten Meistern hat die Lutherkantorei immer auch moderne Musik dargeboten. Und die ganze Gemeinde hat auch durch die Chormusik neue Lieder gelernt und so das Evangelium nach Hause getragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tragt in die Welt nun ein Licht \u2013 ein bekanntes Adventslied.<\/p>\n<p>Strahlen brechen viele \u2013 ein bekanntes Christuslied.<\/p>\n<p>Unser Leben sei ein Fest \u2013 ein bekanntes Geist-Lied.<\/p>\n<p>Alles Melodien aus dem Jahr 1972!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn es nicht Ch\u00f6re g\u00e4be, die diese Lieder transportieren, die Kirchenmusik, die stets neue Impulse setzt im gottesdienstlichen Leben \u2013 welcher Schatz bliebe unentdeckt, unangeeignet?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>IV.<\/p>\n<p>40 Jahre &#8211; die biblische Zahl f\u00fcr eine generations\u00fcbergreifende Zeit. Es geh\u00f6rt zu einem besonderer Qualit\u00e4tsmerkmal unserer Lutherkantorei, dass sie viele Jahre zusammengeblieben ist. Viele Jahre lieferte der Kinder- und Jugendchor den Nachwuchs.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es geh\u00f6rt zu den wunderbaren und manchmal auch schmerzhaften Erinnerungen, dass der Chor mit seiner Musik Ausdrucksformen f\u00fcr verschiedene Lebenssituationen einge\u00fcbt hat. In einer solchen generations\u00fcbergreifenden Zeit von 40 Jahren bleibt das nicht aus: Geburten und Taufen im Chor. Hochzeiten im Chor. Auch Todesf\u00e4lle im Chor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>7 Gedenkt an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben; ihr Ende schaut an und folgt ihrem Glauben nach.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Glaube verbindet eine Gemeinschaft, verbindet Lebenssituationen, kn\u00fcpft ein Band mit der geistlichen Tradition einer Gemeinde, zu den Lehrerinnen und Lehrern im Glauben. Und das tr\u00e4gt!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es gibt diesen schwedischen Film \u201eWie im Himmel\u201c, der von einer verschlafenen und zerstrittenen Gemeinde erz\u00e4hlt. Dann kommt ein neuer Chorleiter, der durch die Musik eine Gemeinschaft beschw\u00f6rt, die neues Vertrauen und Freiheit erzeugt \u2013 bis in die privaten Beziehungen. \u2013 Interessanterweise haben alle Kirchenmusiker, die ich angesprochen habe, diesen Film f\u00fcrchterlich gefunden: so klischeehaft, so \u00fcberzeichnet. Fand ich auch. \u2013 Und dennoch glaube ich, dass ein Chor \u2013 wenn er denn nicht zu einer Gemeinde in der Gemeinde wird und sich selbst gen\u00fcgt \u2013 ein wichtiges soziales Gef\u00fcge ist, wo man sich wirklich gegenseitig st\u00fctzt und tr\u00e4gt. G\u00fcnter Treeck: \u201eNur wer das Chormitglied neben ihm kennt und ihm zuzuh\u00f6ren vermag, kann auch mit ihm singen!\u201c \u2013 Deshalb geh\u00f6ren zur Lutherkantorei von Anfang an die Fahrten, Ausfl\u00fcge und Potthucke-Essen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>V.<\/p>\n<p>Musik ist f\u00fcr mich ein Gleichnis f\u00fcr den Glauben. Es gibt so viele Parallelen gibt. Wir fragen im Glauben danach, was uns h\u00e4lt und tr\u00e4gt im Leben. Wie h\u00e4ltst Du es mir der Religion? Wie kann ich Gott sp\u00fcren?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Musik ist ein Gleichnis daf\u00fcr:<\/p>\n<p>Sie hat Rhythmus, wie auch die Religion. Sie wird einge\u00fcbt, bei aller Freude: Manchmal ist sie auch schwere Arbeit und viel Disziplin. Musik ist letztlich nicht zu entr\u00e4tseln \u2013 Religion auch nicht -, aber gerade das ist doch das Fanzinierende! \u00b4S klingt bei jedem anders, aber das ist doch das wunderbar Geheihmnisvolle gegen die Wut des Verstehens (Schleiermacher), der wir im Glauben oft unterliegen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Musik ist so am Anfang, wie Gott selbst am Anfang ist: \u201eGottes Geist schwebte \u00fcber den Wasser\u201c \u2013 der zweite Satz der Bibel k\u00f6nnte auch \u00fcbersetzt werden: \u201eGottes Geist swingte \u00fcber den Wassern\u2026\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schon in und vor der Sch\u00f6pfung geht es um den Swing, die Bewegung Gottes, den Klang, mit dem er unsere Welt ber\u00fchrt. Wir die Gesch\u00f6pfe \u2013 wir sind wahre Klangk\u00f6rper \u2013 der kirchenmusikalisch gewendete Begriff f\u00fcr \u201eEbenbild\u201c. Wir sind <em>Mitarbeiter Gottes in seinem Ackerfeld (P<\/em>aulus). Wir sind ber\u00fchrt eben auch vom Geist der Musik.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr Euch, liebe S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger in der Lutherkantorei, ist dieser Geist Gottes gleichzeitig Ausdrucksform geworden, die andere be-geist-ern kann. Eure Musik hat eine missionarische Kraft, hat keinen Selbstzweck, sondern ist ein Wegweiser: <em>Ein anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Christus.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Oder mit Martin Luther gesprochen: \u201eSinget dem Herrn ein neues Lied, singet dem Herrn alle Welt!&#8220; Denn Gott hat unser Herz und Mund fr\u00f6hlich gemacht durch seinen lieben Sohn, welchen er f\u00fcr uns gegeben hat zur Erl\u00f6sung von S\u00fcnden, Tod und Teufel. Wer solchs mit Ernst gl\u00e4ubet, der kanns nicht lassen, er muss fr\u00f6hlich und mit Lust davon singen und sagen, dass es andere auch h\u00f6ren und herzukommen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Also, Ihr alle: Singt und lobt Gott mit Euerm Lebensatem!<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Majest\u00e4tisch Wesen, \/\u00a0 m\u00f6cht ich recht dich preisen \/ und im Geist dir Dienst erweisen. (EG 165,4) Eine Anbetung. 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