{"id":560,"date":"2017-01-11T18:38:05","date_gmt":"2017-01-11T17:38:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/?p=560"},"modified":"2017-01-11T18:38:05","modified_gmt":"2017-01-11T17:38:05","slug":"der-herr-jesus-letzter-so-n-ephiphanias-2011-zu-apk-19-11","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/?p=560","title":{"rendered":"Der Herr Jesus (Letzter So. n. Ephiphanias 2011 zu Apk 1,9-11)"},"content":{"rendered":"<p>Wie haltet Ihr\u2019s eigentlich mit dem Herrn Jesus? Weihnachten ist nun vorbei \u2013 Die Weisen sind gegangen \/ der Schall verklang \/ der Schein verging \/ der Alltag hat im jeden Ding \/ nun wieder angefangen. <!--more--><\/p>\n<p><strong>Predigt \u2013 Lutherkirche Altena<\/strong><\/p>\n<p><strong>Letzter So. n. Epiphanias<\/strong><\/p>\n<p><strong>#Apk 1,9-18<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(Gerhard Valentin &amp; 1965, EG 548). Und Jesus wird schneller erwachsen, als wir schauen k\u00f6nnen: In wenigen Wochen begehen wir die Passionszeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Scheint der Stern von Betlehem in unser Leben hinein?<\/p>\n<p>Er-scheint Jesus, der Christus uns?<\/p>\n<p>Wir h\u00f6ren von einem Johannes, einem Bruder und Mitgenossen der ersten Gemeinde, der seine Offenbarung mit dem Herrn Jesus aufgeschrieben hat \u2013 im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes. Er schreibt\u2013 fern der eigenen Kirchengemeinde \u2013 von der Insel Patmos:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>9 Ich, Johannes, euer Bruder und Mitgenosse an der Bedr\u00e4ngnis und am Reich und an der Geduld in Jesus, war auf der Insel, die Patmos hei\u00dft, um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses von Jesus.<\/em><\/p>\n<p><em>10 Ich wurde vom Geist ergriffen am Tag des Herrn und h\u00f6rte hinter mir eine gro\u00dfe Stimme wie von einer Posaune,<\/em><\/p>\n<p><em>11 die sprach: Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea.<\/em><\/p>\n<p><em>12 Und ich wandte mich um, zu sehen nach der Stimme, die mit mir redete. Und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter 13 und [a] mitten unter den Leuchtern einen, der war [b] einem Menschensohn gleich, angetan mit einem langen Gewand und geg\u00fcrtet um die Brust mit einem goldenen G\u00fcrtel.<\/em><\/p>\n<p><em>14 Sein Haupt aber und sein Haar war wei\u00df wie wei\u00dfe Wolle, wie der Schnee, und [a] seine Augen wie eine Feuerflamme 15 und seine F\u00fc\u00dfe wie Golderz, das im Ofen gl\u00fcht, und seine Stimme wie gro\u00dfes Wasserrauschen;<\/em><\/p>\n<p><em>16 und er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne scheint in ihrer Macht.<\/em><\/p>\n<p><em>17 Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen F\u00fc\u00dfen wie tot; und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: F\u00fcrchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte<\/em><\/p>\n<p><em>18 und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schl\u00fcssel des Todes und der H\u00f6lle.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie haltet Ihr\u2019s eigentlich mit dem Herrn Jesus?<\/p>\n<p>Eine merkw\u00fcrdige Geschichte, die auf den ersten Blick eher keine Antwort gibt, sondern befremdlich wirkt. Hier geht es irgendwie weniger um eine handfeste Glaubensfrage. Eher geht es um Bilder und Szenen, die aus einem Fantasy-Film stammen k\u00f6nnten: Kampf Gut gegen B\u00f6se, eine ausweglose Situation, mitten in diese Realit\u00e4t hinein stelle ich mir Blitz und Donner vor und dann diese Szene:<\/p>\n<p>Eine m\u00e4chtige Stimme, die spricht: Schreib Briefe!<\/p>\n<p>Und wer spricht da? \u2013 Hinter mir, es kommt von hinter mir. Spannung! Goldene Leuchter sind zu sehen, auf den zweiten Blick eine Gestalt in der Mitte. Langes Gewand. Goldener G\u00fcrtel. Langsam zoomt die Kamera heran: bleiches Gesicht, bleiches Haar. Brennend rote Augen. Super inszeniert, tolles Bild. \u2013 Aber was tr\u00e4gt das denn aus f\u00fcr meinen Glauben heute?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was sagt uns das von Jesus, dem Christus, wenn wir tiefer gehen wollen, als uns allein an das zu erinnern, was wir historisch wissen vom Zimmermannssohn aus Nazareth? Viele faszinieren ja historische Erkenntnisse \u2013 und wenn wir im Herbst nach Israel reisen werden, dann werden wir die St\u00e4tten seines Wirkens sehen \u2013 und so manche Geschichte von Jesus h\u00f6ren, die sich die Historiker mindestens genauso zusammengereimt haben wie Theologen so manche Glaubensaussage \u2026 &#8211; \u00dcber Jesus als Person wissen wir schon gar nicht viel \u2013 und dann begegnen uns solche Fantasy-Texte, die einen Ertrag f\u00fcr den <em>Glauben<\/em> an Jesus als Sohn Gottes enthalten sollen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>III.<\/p>\n<p>Wie haltet Ihr\u2019s eigentlich mit dem Herrn Jesus?<\/p>\n<p>Einer neusten Studie \u00fcber Glauben und Kirchlichkeit, die in Hessen erforscht wurde, glauben die Christinnen und Christen immer weniger an Christus \u2013 wohlgemerkt Christinne und Christen. Die, die sich nach ihm benennen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Selbst unter den Katholiken und noch mehr unter den Protestanten dominiert der Glaube an eine unspezifische Macht. \u201eEngel \u00fcberfl\u00fcgeln Jesus\u201c \u2013 k\u00f6nnte man das Ergebnis der Studie zusammenfassen: Der Glaube an ein \u201e\u00fcberirdisches Wesen\u201c (70%). Der Glaube hingegen an einen pers\u00f6nlichen Gott \u2013 also der Vorstellung, dass Gott sich mit uns pers\u00f6nlich befasst \u2013 schwindet. Der Glaube, dass Gott in Jesus Christus selber Mensch geworden ist, sich zu uns in Beziehung gesetzt hat, ist nicht mehr besonders ausgepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das sagt \u00fcbrigens nichts \u00fcber die N\u00e4he zur Kirche aus (75% der Befragten sagen, dass sie es gut finden, dass es \u201eKirche\u201c gibt). Auch nichts \u00fcber die Intensit\u00e4t des Glaubens: Immerhin 30% sagten, dass sie t\u00e4glich beten. Aber es sagt etwas dar\u00fcber aus, dass wir Christinnen und Christen schwer tun mit Jesus, dem Christus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ist er ein Vorbild? \u2013 Ist der Glaube dann vorrangig Moral und Ethik? Was w\u00e4re dann mit dem Gedanken, dass in Jesus Christus Gott Mensch wurde und diese Welt ein f\u00fcr alle Mal ver\u00e4ndert und gerettet hat, auch Dich und mich, zeitlich weit nach dem Wirken des historischen Jesus?<\/p>\n<p>Oder ist Jesus \u2013 ganz gegenteilig \u2013 eine zeitlose Wahrheit, der man sich anschlie\u00dft? Was ist dann mit der menschlichen Seite Jesu, der in verschiedenen Situationen so unterschiedlich reagiert hat? Mal barmherzig gegen\u00fcber der S\u00fcnderin, mal abweisend gegen\u00fcber den Pharis\u00e4ern?!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Frage \u00fcber Fragen. Und an diesem Predigttext heute bekommen f\u00fcr mich diese Fragen ein noch gr\u00f6\u00dferes Fragezeichen. Denn was f\u00fcr eine Vision hat Johannes da? Was erfahren wir von Jesus? Inwieweit ist er wesentlich f\u00fcr unseren Glauben?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>III.<\/p>\n<p>Leider hat im Deutschen das Wort \u201eApokalypse\u201c, was \u201eErscheinung\u201c hei\u00dft, einen absolut negativen Klang: Es droht der Weltuntergang.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es geht aber f\u00fcr mich schlicht darum, dass durch die <em>Erscheinung<\/em> Jesu Christi eine Verbindung geschaffen wird zwischen dem einsamen (wom\u00f6glich gefangenen) Johannes und seiner Gemeinde zu Hause: Der christliche Glaube ist r\u00e4umlich entgrenzt \u2013 und nicht nur eine Sache f\u00fcr die Zeitzeugen, damals, die Hirten an der Krippe, die J\u00fcnger unter dem Kreuz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Erscheinung Jesu Christi schafft eine Verbindung zwischen dem reinen Erinnern an Jesus von Nazareth und der Tatsache, dass er ihn in der Gegenwart, in der jetzigen Situation bezeugt werden kann und eine Rolle f\u00fcr unser Leben spielt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eDie Sache Jesu geht weiter\u201c \u2013 mit diesem Satz hat der Neutestamentler Willi Marxen mal die Auferweckung Jesu beschrieben: Was Jesus angefacht und begonnen hat, wirkt fort!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWas w\u00fcrde Jesus dazu sagen?\u201c, hat Martin Niem\u00f6ller mal zur entscheidenden Frage des Glaubens erhoben: Was w\u00fcrde Jesus heute tun, wenn er bei uns w\u00e4re? Was w\u00fcrde er uns sagen? Wie w\u00fcrde er uns begegnen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Zeit zwischen Weihnachten und Passionszeit, die Epiphaniaszeit, die Zeit der Erscheinung, fragt danach, wie der Glaube an Jesus Christus \u00fcber die historische Gestalt des Mannes aus Nazareth fortwirkt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Johannes soll Briefe schreiben an die Gemeinde in seiner Heimat. Sieben Briefe. Was schrieben wir von Jesus, dem Christus, nach Nachrodt, nach Dahle, zum Kreiskirchenamt in Iserlohn? Vielleicht an die Zweifler im Ruhrgebiet, an die Frommen im Siegerland?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie halten wir\u2019s mit dem Herrn Jesus?<\/p>\n<p>Wie auch immer die Antwort ausf\u00e4llt: Ich hoffe, dass wir unterscheiden, dass Glaube weniger mit \u201eFantasy\u201c zu tun hat \u2013 also weniger mit einer Gegenwelt, einer entfernten Wirklichkeit, die mit unserem Leben nichts zu tun hat. Sondern mehr mit einer \u201eVision\u201c. Denn die Vision verkn\u00fcpft die andere Wirklichkeit mit unserem Leben, mit der Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich will festhalten an einem Christus-Bild, das viel mit dem einfachen Menschen Jesus von Nazareth zu tun hat: der in einfachen Verh\u00e4ltnissen geboren wurde. Wie es jedem anderen von uns auch h\u00e4tte passieren k\u00f6nnen oder passiert ist. Der Feuer und Flamme war f\u00fcr den Glauben an einen liebenden Gott, der uns beisteht und uns begleitet in Leben. Der uns nicht auseinander dividiert. \u2013 Daher musste Jesus auch Kritik und Anfeindungen aushalten, denn das ging einigen zu weit.<\/p>\n<p>Ich will festhalten an einem Christus-Bild, dass er f\u00fcr seinen Glauben ans Kreuz gegangen ist. Nicht, um ein Held zu sein. Nicht, um einen z\u00fcrnenden Gott zufrieden zu stellen. Sondern weil er die Menschen so liebte, dass er sich selbst nicht zu schade war, seinen Weg zu Ende zu gehen. (Wir werden dar\u00fcber noch nachdenken in der Passionszeit!) \u2013<\/p>\n<p>In allem hat er sich als Mensch erwiesen, der war wie ich es bin: mit einer Geburtsgeschichte. Mit Schw\u00e4chen und \u00c4ngsten. Dem Spott ausgesetzt sogar. Gescheitert sogar.<\/p>\n<p>In allem aber eben auch als Gottes Bote, als Gottgesandter, der Gottes Botschaft uns ausrichten sollte \u2013 und so spricht dann ja auch der Gottessohn bei der Erscheinung des Johannes: \u201eF\u00fcrchte dich nicht.\u201c \u201eIch war tot \u2013 und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie halten wir\u2019s eigentlich mit dem Herrn Jesus? Die Frage bleibt offen, wegen dieses sperrigen Textes, aber auch, damit wir f\u00fcr uns (und immer wieder neu) kl\u00e4ren, wo Jesus Christus in unserem Leben \u201eerscheint\u201c. Gewiss ist aber: Es geht in dieser Frage um nicht weniger als die Frage nach Ewigkeit, Leben und Tod.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie haltet Ihr\u2019s eigentlich mit dem Herrn Jesus? 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