{"id":496,"date":"2017-01-11T15:33:06","date_gmt":"2017-01-11T14:33:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/?p=496"},"modified":"2017-01-11T17:00:22","modified_gmt":"2017-01-11T16:00:22","slug":"auf-ein-neues-adventsandacht-gemeindebrief-2006","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/?p=496","title":{"rendered":"Auf ein Neues (Adventsandacht Gemeindebrief 2006)"},"content":{"rendered":"<p>Auf ein Neues! &#8211; Mit dem 1. Advent beginnt das neue Kirchenjahr. Gleich zu \u201eJahresbeginn\u201c konzentriert sich unseren Blick darauf, wie Gott in diese Welt tritt und wie wir uns ihm \u00f6ffnen: \u201e<em>Wie soll ich Dich empfangen und wie begeg ich Dir? \/ O aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier.\u201c <\/em>(EG 11,1)<!--more--><\/p>\n<p>Der bekannte Liedvers stammt von Paul Gerhardt, dessen 400. Geburtstag wir im neuen Kirchenjahr 2006\/07 feiern. 134 Lieder kommen aus seiner Feder, von denen sein Weggef\u00e4hrte Johann Cr\u00fcger fast die H\u00e4lfte vertont hat. Im Evangelischen Gesangbuch stehen 28 Paul-Gerhardt-Lieder. Sie bilden die F\u00fclle eines Menschenlebens ab mit seinen fr\u00f6hlichen und traurigen Moment, mit Zuversicht und Zweifel \u2013 und nicht von ungef\u00e4hr erklingen Gerhardts Lieder im Verlauf des gesamten Kirchenjahres. Unser Kirchenjahr hat viele Farben: Je nach Anlass h\u00e4ngen wir gr\u00fcne, rote, wei\u00dfe Altarvorh\u00e4nge in der Kirche auf. Und das Kirchenjahr hat \u2013 \u00e4hnlich wie das menschliche Leben an sich \u2013 unterschiedliche F\u00e4rbungen: traurige, erwartungsfrohe, lichte, versunkene, fr\u00f6hliche Momente.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u201eIch sehe dich mit Freuden an \/ und kann mich nicht satt sehen; \/ und weil ich nun nichts weiter kann, \/ bleib ich anbetend stehen\u201c<\/em> (EG 37,4): Kein gro\u00dfer Pathos, eine bildlich konkrete Sprache \u2013 so werden wir mit Paul Gerhardts Worten aus \u201eIch steh an deiner Krippen hier\u201c selber staunend an der Weihnachtenskrippe stehen. Mit dem <em>\u201eNun lasst uns gehen und treten \/ mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unser Leben bis hierher Kraft gegeben<\/em>\u201c (EG 58,1) \u00fcberschreiten wir am Altjahresabend die Schwelle zum neuen Kalenderjahr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1607 im s\u00e4chsischen Landst\u00e4dtchen Gr\u00e4fenhainichen geboren, verlor Paul Gerhardt schon als Kind Vater und Mutter, sp\u00e4ter seine Frau und f\u00fcnf seiner sechs Kinder. In solchen \u201ePassionszeiten\u201c hat er sich Gott an den Hals geworfen: <em>\u201eWenn mir am allerb\u00e4ngsten, wird um das Herze sein, so rei\u00df mich aus den \u00c4ngsten, kraft deiner Angst und Pein\u201c<\/em> (EG 85,9: O Haupt voll Blut und Wunden).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach den Schrecken des 30-J\u00e4hrigen Krieges erlebte Gerhardt als Pfarrer in Mittenwalde und Berlin die gl\u00fccklichste Zeit seines Lebens: \u201e<em>Auf, auf, mein Herz mit Freuden, nimm wahr, was heut geschieht!\u201c <\/em>(EG 112,1) sind gleicherma\u00dfen Osterruf und sein Dank daf\u00fcr, in den Kriegsschrecken bewahrt worden zu sein. Die Loblieder \u201e<em>Du meine Seele singe\u201c<\/em> (EG 302) und <em>\u201eIch singe Dir mit Herz und Mund<\/em>\u201c (EG 324), die bei uns etwa die Trauungen in den Sommermonaten rahmen, werden 1668 in einer Gesamtausgabe von 120 Liedern erstmals ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit Paul Gerhardt auf den Lippen kann man den Sommer besingen (\u201e<em>Geh aus mein Herz und suche Freud\u201c<\/em>, EG 503), aufwachen (\u201e<em>Die g\u00fcldne Sonne\u201c, <\/em>EG 449) und einschlafen (\u201e<em>Nun ruhen alle W\u00e4lder\u201c, <\/em>EG 477).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vor allem aber kann man eins: sich einmal bewusster auf das neue Kirchenjahr einlassen, mit Phasen der Besinnung, der lauten Freude, des Lichts und der bewusst ausgehaltenen Dunkelheit. Das Kirchenjahr spiegelt die F\u00fclle des Lebens wider und adressiert unser Freud und Leid an Gott: <em>Befiel Du deine Wege, und was dein Herze kr\u00e4nkt \/ der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt\u201c.<\/em> (EG 361,1) Am Ende des Kirchenjahres ist dieser Liedvers dann schon wieder Br\u00fccke in die n\u00e4chste Adventszeit:<em> Der, der den Himmel lenkt<\/em>, wird Mensch.<\/p>\n<p>Ihr Dietmar Kehlbreier<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf ein Neues! &#8211; Mit dem 1. Advent beginnt das neue Kirchenjahr. 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