{"id":472,"date":"2017-01-11T14:44:30","date_gmt":"2017-01-11T13:44:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/?p=472"},"modified":"2017-01-11T14:44:30","modified_gmt":"2017-01-11T13:44:30","slug":"predigtreihe-christus-bekennen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/?p=472","title":{"rendered":"Predigtreihe &#8222;Christus bekennen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Auf einer Postkarte zur Predigtreihe \u201eWor\u00fcber ich schon immer eine Predigt h\u00f6ren wollte\u201c stand: <em>Warum f\u00e4llt es schwer, ein offenes Bekenntnis zu Jesus Christus abzulegen? Wo liegt die Antwort? Ich suche!<\/em><!--more--><\/p>\n<p><strong>Predigt \u2013 Wiblingwerde, 14. So. n. Tr. (5.9.2010)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Warum f\u00e4llt uns das Bekenntnis zu Jesus Christus so schwer?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Wem <\/em>f\u00e4llt das schwer? Dem Einsender, also einer Einzelperson? Uns, also der Kirchengemeinde, den Christen allgemein? Oder im Speziellen: Uns Predigenden?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was ist ein <em>offenes<\/em> Bekenntnis? Ein Bekenntnis mit ge\u00f6ffnetem Herzen, also ein \u201eherzhaftes\u201c Bekenntnis? Ein direktes, gerade heraus? Oder ein offenes Bekenntnis im Sinne eines \u201e\u00f6ffentlichen\u201c?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit dem w\u00f6chentlichen Sprechen eines alten Glaubensbekenntnisses (\u201eUnd an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn\u2026\u201c) scheint es nicht getan. Es reicht wohl auch nicht die Namensnennung \u201eJesus Christus\u201c. Das ist ja an und f\u00fcr sich schon Bekenntnis: \u201eChristus\u201c \u2013 nicht der Hausname Jesu, sondern der Titel. Und ich pflege daher auch stets zu sagen: \u201eJesus, der Christus\u201c. Er: Der Gesalbte. Er: der Messias.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nein, es ist immer wieder ein \u201eSuchbewegung\u201c \u2013 selbstredend auch f\u00fcr studierte Theologen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Warum f\u00e4llt das Bekenntnis schwer?<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte mit Ihnen \u00fcberlegen, aus welcher Sicht, als welcher Ecke heraus der Verfasser der Postkarte so denken k\u00f6nnte. Vielleicht geh\u00f6rt er in die ehrbarer Gruppe der Moralisten:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1.1 der Einwand der Moralisten lautet: Jesus hatte dich einen radikalen Anspruch an seine Nachfolger!<\/strong><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich: Jesus macht sich nach seiner Taufe auf den Weg. Er zieht nach von Galil\u00e4a nach Jerusalem, weil das Gottesreich nahe herbeigekommen ist. Er predigt Bu\u00dfe, er heilt. Rastlos und heimatlos: \u201eDer Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlegen kann.\u201c<\/p>\n<p>Er setzt alles auf eine Karte \u2013 und ruft bedingungslos in die Nachfolge: Komm mit, lass alles stehen. Sogar: \u201eLass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verk\u00fcndige das Reich Gottes!\u201c<\/p>\n<p>Wir als volkskirchliche Ortsgemeinde k\u00f6nnten uns dann schnell als die f\u00fchlen, die zu Hause bleiben, wenn Jesus sagt: \u201eFolge mir nach!\u201c<\/p>\n<p>Es f\u00e4llt uns tats\u00e4chlich schwer, uns zu diesem radikalen Jesus zu bekennen. Wir relativieren gerne, z.B.: Die Bergpredigt war eine Ethik f\u00fcr die <em>J\u00fcnger damaliger Zeit, <\/em>heute m\u00fcsse man das nicht genau beim Wort nehmen \u2013 oder k\u00f6nne es gar nicht. Aber warum schreiben wir dann die Seligpreisungen an die Empore unserer Kirche?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>[Der Einwand der Frommen]<\/strong><\/p>\n<p>Vielleicht fragt der Postkartenschreiber aus der frommen Ecke heraus: Es steht doch alles geschrieben und muss nur gesagt und gelernt werden: \u201eAlso hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren sind, sondern das ewige Leben haben.\u201c (Joh 3,16)<\/p>\n<p>Warum f\u00e4llt es so schwer, <em>das<\/em> zu bekennen?<\/p>\n<p>Und dann \u2013 \u00fcberspitzt gesagt \u2013 wird die Predigt daran gepr\u00fcft, ob solche S\u00e4tze m\u00f6glichst jedes Mal vorkommen: dass Jesus f\u00fcr mich gestorben ist. Dass er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. \u2013 Auch die Liberalen oder Fortschrittlichen haben solche Lieblingss\u00e4tze. Jeder Prediger hat sie.<\/p>\n<p>Diese S\u00e4tze sind auch \u201ewahr\u201c. Aber: Um die Wahrheit solcher Verse und S\u00e4tze muss immer wieder neu gerungen werden. Sie m\u00fcssen \u201e\u00fcber-setzt\u201c werden in unser Leben heute. Sonst bleibt es beim blo\u00dfen Schlagabtausch von Glaubenden und Nichtglaubenden, wie zuletzt in London, wo sich Christen und Atheisten ihre Glaubenss\u00e4tze um die Ohren schlug: Die einen schickten Busse durch die Stra\u00dfen mit der Aufschrift \u201eJesus lebt\u201c, die anderen Busse mit dem Slogan \u201eGott ist tot\u201c. \u2013 Da f\u00e4llt das Bekenntnis tats\u00e4chlich schwer!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>[der Einwand der Feminstin]<\/strong><\/p>\n<p>Vielleicht kommst die Postkarte auch aus dem feministischen Lager: Der Einwand dort lautet: Warum tun wir uns mit Christus immer so schwer, indem wir fast ausschlie\u00dflich \u00fcber Kreuz und S\u00fchne, Blut und Tod reden? Verlangte Gott wirklich ein Menschenopfer, um seinen Zorn zu bes\u00e4nftigten? Warum reden wir nicht \u00fcber das Leben Jesu \u2013 sondern vorrangig \u00fcber seinen Tod?<\/p>\n<p>In den letzten Jahren ist eine heftige Debatte ausgebrochen, inwieweit wir vom Gedanken des S\u00fchnetod Abschied nehmen sollten. Oder wie man das Opfer Jesu heutzutage verstehen kann: Verengt der Blick auf Leiden, Tod und Sterben Jesu das Christus-Bekenntnis?<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt, so k\u00f6nnte man aus feministischer Sicht fragen: Was haben die Herren Bisch\u00f6fe schon wenige Jahrzehnte sp\u00e4ter aus Jesus gemacht? Sie begannen, ihr Bischofsamt abzusichern, indem sie behaupteten, Jesus h\u00e4tte es \u201egestiftet\u201c. Sie stritten um politische Macht und konstruierten religi\u00f6se Kompromissformeln, \u00fcber die wir uns heute den Kopf zerbrechen: Jesus Christus \u2013 wahr Mensch und wahrer Gott?! Wie ist das zu verstehen? Was geh\u00f6rt hier noch zum geglaubten Christus der J\u00fcnger nach Ostern, was zum historischen Jesus selbst?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>[Der Einwand der religi\u00f6s Distanzierten]<\/strong><\/p>\n<p>Vielleicht wendet sich der Postkartenschreiber auch an die religi\u00f6s Distanzierten, die sich nicht festlegen wollen, oder an die Suchenden, die sich nicht festlegen k\u00f6nnen: Was bringt mir die Vorstellung, dass Gott Mensch wurde? Ich habe schon Schwierigkeiten zu glauben, dass es Gott wirklich gibt \u2013 und dann noch Jesus?<\/p>\n<p>Jesus, hei\u00dft es oft, war ein charismatischer Mensch, der viel Gutes getan hat. Aber zu glauben, dass er g\u00f6ttlicher Natur war, dass er allein Gott offenbart hat \u2013 das ist zu exklusiv \u2013 und zu kompliziert. Gott kann man auch in der Natur finden.<\/p>\n<p>Und steht nicht das Bekenntnis zu Jesus als Christus dem Dialog mit Juden und Muslimen im Weg? In diesen Religionen ist Jesus nicht der Messias, sondern ein Prophet.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich: Wer so denkt, dem f\u00e4llt das Bekenntnis zu Jesus schwer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Die Begriffsstutzigkeit der J\u00fcnger (Mk 8.27-9,1)<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>aus welcher Ecke wir auch denken und auf Einw\u00e4nde sto\u00dfen: Gott sei Dank sind wir in guter Gesellschaft! Selbst die J\u00fcnger, die Jesus von Gallil\u00e4a nach Jerusalem begleiten, erkennen nicht, wer er ist. Au\u00dfer: Petrus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Mk 8,27ff.: Das Bekenntnis des Petrus<\/em><\/p>\n<p><em>Und Jesus ging fort mit seinen J\u00fcngern in die D\u00f6rfer bei C\u00e4sarea Philippi. Und auf dem Wege fragte er seine J\u00fcnger und sprach zu ihnen: Wer sagen die Leute, da\u00df ich sei?<\/em><\/p>\n<p><em>28 Sie antworteten ihm: Einige sagen, du seist Johannes der T\u00e4ufer; einige sagen, du seist Elia; andere, du seist einer der Propheten. <\/em><\/p>\n<p><em>29 Und er fragte sie: Ihr aber, wer sagt ihr, da\u00df ich sei? Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Du bist der Christus!<\/em><\/p>\n<p><em>30 Und er gebot ihnen, da\u00df sie niemandem von ihm sagen sollten.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Petrus nennt Jesus den Christus. Den Gesalbten. Das war in j\u00fcdischen Augen: der Messias. Es ist heute klar, dass Jesus kaum einen Titel selber im Mund f\u00fchrte, dem ihn die Evangelisten zugemessen. Auch in der Begegnung mit Petrus best\u00e4tigt er das Bekenntnis nicht, sondern fordert die Seinen zum Schweigen auf.<\/p>\n<p>Die Menschen am Weg von Galil\u00e4a nach Jerusalem sollen ihn <em>sehen<\/em>, ihn <em>h\u00f6ren<\/em>, seine Taten merken und wie er ihr Leben ver\u00e4ndert. Sie sollen Jesus begegnen \u2013 und damit Gott ganz neu sehen. Unabh\u00e4ngig von \u201eTiteln\u201c.<\/p>\n<p>Erst vor dem Hohen Rat, als die Hohepriester Jesus fragen, \u201ebist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten?\u201c, da antwortet Jesus lapidar: \u201eIch bin\u2019s!\u201c Und Petrus bekommt daraufhin kalte F\u00fc\u00dfe und verleugnet Jesus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Entscheidend f\u00fcr mich ist: Die Menschen am Weg von Galil\u00e4a nach Jerusalem sollen Jesus sehen, h\u00f6ren, seine Taten sp\u00fcren \u2013 und so Jesus als den Christus<em> erkennen<\/em>. Sie sollen merken, dass ihn ihm Gott selber sich den Menschen zuwendet.<\/p>\n<p><em>Vor <\/em>dem Bekenntnissatz zu Jesus als dem Christus stehen also die Begegnung und die Erfahrung, dass Jesus in meinem Leben vorkommt. Dass er auch meine Wege kreuzt. Martin Niem\u00f6llers hat das in die Frage gekleidet: Was w\u00fcrde Jesus dazusagen? Testen Sie das mal f\u00fcr ihr Verhalten und Ihre Entscheidungen in allen Lebensbereichen durch, indem Sie sich diese Frage stellen: Was w\u00fcrde Jesus dazu sagen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jesus hat zwischen Galil\u00e4a und Jerusalem alle Facetten des Menschseins durchlebt. So wie Petrus Erfahrungen macht und pl\u00f6tzlich schaltet, genauso kann sich in unserem Leben Jesus als der Christus bewahrheiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Was k\u00f6nnte das Christus-Bekenntnis heute sein? <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Was ist mir pers\u00f6nlich wichtig?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Jesus, der Diener (Mk 10,45)<\/em><\/p>\n<p>In den Evangelien wird Jesus das Wort in den Mund gelegt (und wahrscheinlich ist es eines der wenigen echten Jesus-W\u00f6rter): \u201eDer Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sei Leben zu einer Erl\u00f6sung f\u00fcr viele. (Mt 20,28 par.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jesus sagt dieses Wort, als die Mutter der Zebed\u00e4us-S\u00f6hne ihn fragt, ob ihre S\u00f6hne denn im Himmelreich zur Rechten und Linken Christi sitzen w\u00fcrden. Sie sorgt sich, wo ihre Kinder bleiben. Ob es da einen Lohn f\u00fcr die Nachfolge gibt. Der Einsatz muss ich ja auszahlen. Das Risiko, sich Jesus anzuschlie\u00dfen, muss ja irgendwie r\u00fcckversichert werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jesus sagt: Wer gro\u00df sein will, wer vorne mitlaufen will, der soll <em>dienen<\/em>. Wer unbedingt der erste sein will, der soll der erste darin sein, dem anderen ein Knecht (\u201eHelfer\u201c, \u201eDiener\u201c) zu sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vorne dabei sein, ist nicht oben! Erfolg hat nicht, wer m\u00f6glichst Macht \u00fcber den anderen hat, sondern wer ihm hilft!<\/p>\n<p>Jesus dreht die Herrschaftsverh\u00e4ltnisse f\u00fcr seine Nachfolger komplett um \u2013 und f\u00e4ngt bei sich an. Er ist vom Vater gesandt, daher dient er. Er l\u00e4sst sich nicht \u201ebedienen\u201c. Tats\u00e4chlich steckt im neutestamentlichen Dienstbegriff, der \u201eDiakonie\u201c, das alte Bild vom Schankwirt. Jesu ist der Kellner, der dient, nicht der Gast auf Erden, der bedient wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach diesem Bild baut sich besonders MtEv die Gemeinde auf: Sie ist die Dienst-Gemeinschaft. Sie hat die Schwachen und Armen in ihrer Mitte.<\/p>\n<p>Sie gibt sich mit Jesus Christus in ihrer Mitte andere Gesetze als in der Welt: nicht das Gesetz des Herrschens, eines Oben und Untens, sondern Christi Gesetz ist erf\u00fcllt, wenn wen einer des anderen Last tr\u00e4gt. Im Gal steht nicht: Wenn einer dem anderen ein Bein stellt!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kirche im Sinne Jesu kann nie um sich selbst kreisen, nie sich selbst gen\u00fcgen, sondern ist immer \u201eKirche f\u00fcr Andere\u201c. Das gilt, auch wenn wir h\u00e4ufig dran scheitern. Wenn uns nun drei Jahrzehnte lang gebetsm\u00fchlenhaft erkl\u00e4rt wurde, dass zuerst das Ich z\u00e4hlt und die eigene Konkurrenzf\u00e4higkeit. In allen Lebensbereichen. Bis hin in unsere Familien und Beziehungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr Jesus geht das Dienen, der Dienst, soweit, dass er daf\u00fcr sein Leben l\u00e4sst. Dass er sich \u201eaufopfert\u201c \u2013 Ich glaube, so k\u00f6nnen wir Opfer verstehen: dass Jesus sich selbst gab aus Hingabe zur Welt. Nicht, dass Gott dieses Opfer brauchte, um vers\u00f6hnt zu werden. Die Bibel sagt es ja ejer umgekehrt: Nicht vers\u00f6hnte Gott sich mit der Welt, sondern er vers\u00f6hnte <em>die Welt mit sich<\/em>, indem er Jesus sandte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>es gibt kurze Christus-Bekenntnisse: den Fisch am Auto, die Rose am Kirchengew\u00f6lbe, das Kreuz am Hals. Aber diese Bekenntnisse m\u00fcssen Leben bekommen, \u00fcber die \u00c4u\u00dferlichkeiten hinweg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der verstorbene rheinische Pr\u00e4ses Peter Beier hat mal auf eine Pfarrkonvent gesagt \u2013 und ich denke, dass gilt nicht nur Pfarrinnen und Pfarrer, sondern f\u00fcr alle Getauften:<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eAll euer Dienst beginnt mit: Einer ging von Galil\u00e4a nach Jerusalem.\u201c <\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das hei\u00dft doch: Konzentriert Euch auf diese Geschichten! Erz\u00e4hlt immer wieder neu, was hinter Euren Bekenntnis-S\u00e4tzen f\u00fcr Erlebnisse und Erfahrungen mit Jesus, dem Christus, stehen! Befragt die Menschen und Orte, an denen Ihr lebt \u2013 und auch Eure Kirchengemeinde \u2013 mit der schlichten Frage: \u201eWas w\u00fcrde Jesus dazu sagen?\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Einer ging von Galil\u00e4a nach Jerusalem: ein faszinierender Mensch. Ganz wie wir: ein Mensch. Und gleichzeitig ein von Gott Gesandter und Diener, der seinen Weg bis zum Ende ging.<\/p>\n<p>Zeichnet Euer Leben ein in diesen Weg zwischen Galil\u00e4a und Jerusalem \u2013 und lasst Euch selber von ihm in den Dienst rufen. \u2013 Wer und wie w\u00e4re Gott-Vater ohne dieses Geschichte?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u201eAll euer Dienst beginnt mit: Einer ging von Galil\u00e4a nach Jerusalem.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Das ist jetzt kein offenes Bekenntnis im eigentlichen Sinne. Es ist eher der st\u00e4ndig neue Beginn einer Suche. Fromm gesagt: der \u201eRuf\u201c, sich auf den Weg zu machen \u2013 und dann wie Petrus, nach vielen Eindr\u00fccken und Erfahrungen an <em>einem<\/em> Punkt, mitten auf dem Weg, klare Sicht zu finden: \u201eDu bist Christus.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>3.1 Jesus, der Jude <\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist das Bekenntnis zu Jesus, dem Juden, wichtig geworden. Mir ist eben nicht nur das Sterben und Leiden Jesu am Kreuz wichtig, nicht nur die Auferstehung, sondern sein Leben. Seine Herkunft. Seine eigene Religion und Gottesbeziehung, die er schon auf dem Weg von Galil\u00e4a nach Jerusalem an so vielen Stellen mit den Menschen teilt \u2013 und mit der er bei den Vornehmen und Gelehrten seiner Religion aneckt.<\/p>\n<p>Jesus stellt den Menschen Gott neu vor. In einer Weise, wie Gott damals lange nicht mehr gesehen wurde: als naher, vergebender, liebevoller Gott. Jesus nennt ihn \u201eAbba\u201c, \u201eV\u00e4terchen\u201c \u2013 ein Skandal.<\/p>\n<p>Jesus nimmt uns als Christen hinein in die Verhei\u00dfungen und Heilstaten Gottes mit Israel. Mit Blick auf Jesus, den Christus, k\u00f6nnen wir sagen: Auch uns gilt Befreiung, wie Israel befreit wurde aus der Knechtschaft. Uns gilt Beistand in schweren Momenten wie dem erw\u00e4hlten Volk in der W\u00fcste. Auch uns gilt der unausl\u00f6sliche Zusammenhang von Gerechtigkeit und Frieden, die sie k\u00fcssen.<\/p>\n<p>Jesus \u00f6ffnet die Sch\u00e4tze f\u00fcr das Alte Testament \u2013 und gleichzeitig ist er Kritiker der Religionsf\u00fchrer seiner Zeit, die sich Gott f\u00fcr ihre Zwecke zurechtlegte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf einer Postkarte zur Predigtreihe \u201eWor\u00fcber ich schon immer eine Predigt h\u00f6ren wollte\u201c stand: Warum f\u00e4llt es schwer, ein offenes Bekenntnis zu Jesus Christus abzulegen? Wo liegt die Antwort? Ich suche!<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"sfsi_plus_gutenberg_text_before_share":"","sfsi_plus_gutenberg_show_text_before_share":"","sfsi_plus_gutenberg_icon_type":"","sfsi_plus_gutenberg_icon_alignemt":"","sfsi_plus_gutenburg_max_per_row":"","footnotes":""},"categories":[5,19],"tags":[],"class_list":["post-472","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-predigten","category-weiterer-anlass"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/472","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=472"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/472\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":473,"href":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/472\/revisions\/473"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=472"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=472"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=472"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}