{"id":4431,"date":"2018-12-24T23:19:57","date_gmt":"2018-12-24T22:19:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/?p=4431"},"modified":"2019-01-01T18:18:19","modified_gmt":"2019-01-01T17:18:19","slug":"gottes-mitteilung-unser-tweet-weihnachtspredigt-2018","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/?p=4431","title":{"rendered":"Gottes Mitteilung, unser Tweet&#8230; &#8211; Weihnachtspredigt 2018"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/?attachment_id=4434\" rel=\"attachment wp-att-4434\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-4434\" src=\"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/IMG_4708-1-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/IMG_4708-1-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/IMG_4708-1-450x338.jpg 450w, http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/IMG_4708-1.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Was w\u00e4re \u00fcber dieses Jahr Weihnachten zu twittern?<\/p>\n<p>Was w\u00e4re unsere Kurzmitteilung heute? G\u00e4be es einen besonderen Hashtag, ein Schlagwort, wie Sie die Heilige Nacht empfinden?\u00a0Was verdichtet sich in dieser Nacht, wo wir in allen den anderen N\u00e4chten versuchen, aus unseren Alltagsthemen und Alltagsgedanken heraus in den Schlaf zu kommen?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Im heutigen Predigttext aus 1Tim 3 breitet Timoteus verschiedene Regeln f\u00fcr der jungen Gemeinden aus, welche Berufsgruppe es geben soll, wie gebetet werden soll, wie das Zusammenleben von M\u00e4nnern und Frauen sein kann. Dann dann wendet er kurz und b\u00fcndig den Blick weg von dem Alltag auf eine verdichtete Botschaft und bringt es auf den Punkt \u2013 \u00fcbrigens genau in der L\u00e4nge eines Tweets von 224 von 280 m\u00f6glichen Zeichen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Und gro\u00df ist, wie jedermann bekennen muss, das Geheimnis des Glaubens: Er ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>II.<\/p>\n<p>\u201eEr\u201c: Das ist Jesus, der Christus. Eckstein all unserer (Gedanken-)Geb\u00e4ude, Licht der Welt, gerade in unseren Dunkelheiten, der gute Hirte gerade in allem Suchen nach dem richtigen Weg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weihnachten ohne den Hashtag \u201eJesus von Nazareth\u201c gibt es nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn es kurz und b\u00fcndig und verdichtet wird, sprechen wir von einem Bekenntnis. Nichts anderes ist dieser Text \u2013 und so sehr Timoteus sich zum menschgewordenen Heiland bekennt, so sehr ist es eine empfangende, passive Haltung:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er wird geboren (keiner kann sich selbst geb\u00e4ren!).<\/p>\n<p>Der Gottessohn wird gerechtfertigt und gepredigt.<\/p>\n<p>Er wird geglaubt und schlie\u00dflich aufgenommen in Herrlichkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Weihnachten produzieren wir nicht selbst. <\/em><\/p>\n<p>Wir <em>werden<\/em> beschenkt.<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Im Bild der neuen Medien gesprochen: Wir m\u00fcssen erst einmal gar nicht senden, uns selber einen Sinn zusammenreimen, sondern: <em>Wir empfangen eine gute Nachricht. <\/em>Wir erhalten eine Mitteilung. Gottes Selbst-Mitteilung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Geheimnisvoll treten auseinander Gott-Vater, der Sch\u00f6pfer von Himmel und Erde, der sich selbst ent\u00e4u\u00dfert, und der Gottessohn, nun selber Gesch\u00f6pf, geboren in Knechtsgestalt, also um dienstbar zu sein unter den Menschen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Dazu<\/em> tut keiner etwas: kein Hirte, dem in seine Furcht hinein die Klarheit des Herrn leuchtet. Keiner der Weisen, die bei allem aktiven Wandern doch letztlich vom Stern <em>gef\u00fchrt<\/em> <em>werden<\/em>. Alles passiv!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Selbst Gott unterbricht sich: Er l\u00e4sst alle souver\u00e4ne Aktivit\u00e4t und Macht fahren, um von einer einfachen Frau geboren zu werden. Er macht sich verletzlich, und ist doch voller M\u00f6glichkeiten wie jedes menschliche Kind \u2013 zu aller erst, um den Menschen durch die Geburt Freude zu machen und Hoffnung auf Zukunft. Das bewirken Kinder!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gott macht sein Schicksal in diesem Moment abh\u00e4ngig vom Menschen, der ihm Gutes tun kann (so wie Hirten oder Weise) oder der ihn bedrohen kann (so wie Herodes, der schon die Messer wetzt). Er setzt sich der Zeit aus, \u201ein der Qurinius Statthalter von Syrien war\u201c \u2013 eine schwierige Zeit. Und ganz konkret wird berichtet, dass Jesus am 8. Tag beschnitten wird: Gott wird Mitglied einer Weltreligion &#8230; Nicht umsonst rahmen die weltpolitische Einordnung und die religi\u00f6se Notiz die Geburtsgeschichte: Gott wird konkret!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gott geht seinen Weg nicht an dieser Welt vorbei, sondern den Weg in diese Welt hinein. Er verbindet sich ganz mit uns, mit Haut und Haar. Das meint f\u00fcr mich der alte Glaubenssatz \u201eOffenbart im Fleisch\u201c \u2013 ein analoger Gott f\u00fcr eine digitale Welt \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gleichzeitig bleibt Gott ganz der himmlische, der ganz andere Gott \u2013 auch das steht im Tweet, im Bekenntnis des Timeoteus: Gott bleibt auch in menschlicher Gestalt Gott, der Retter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Wortpaare in unserem Text sind ein Hin und Her zwischen Himmel und Erde, als wollten die Worte die weihnachtliche Bewegung Gottes nachahmen: \u201eFleisch geworden\u201c, \u201eden V\u00f6lkern gepredigt\u201c, \u201egeglaubt in der Welt\u201c \u2013 das dr\u00fcckt die Bewegung Gottes aus dem Himmel auf die Erde aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dazu kommt \u201eGerechtfertigt im Geist\u201c (Geist als Gegenbegriff zum Fleisch!), \u201eerschienen den Engeln\u201c und \u201eaufgenommen in die Herrlichkeit\u201c: die Bewegung, die die Menschen nach oben zieht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Beide Bewegungen, beide Orte bedingen sich. W\u00e4re Gott nur Fleisch geworden \u2013 wo w\u00e4re die Rettung?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eFleisch\u201c sind wir Menschen selber genug, auch im w\u00f6rtlichen Sinne: begrenzt und endlich, oft auf uns selbst fixiert, ohnm\u00e4chtig und schwach oder gr\u00f6\u00dfenwahnsinnig. Da h\u00e4tte die Botschaft von Weihnachten kaum Folower \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gott hat in Jesus \u201eFleisch\u201c angenommen, damit wir es mit dem Geist Gottes zu tun bekommen, also genau davon absehen k\u00f6nnen, wir am Menschen zerst\u00f6rerisch und selbstzerst\u00f6rerisch sehen. Das wird \u00fcberwunden, in dem dieser fleischgewordene Sohn Gottes \u201ein Herrlichkeit\u201c aufgenommen wird. Einfach gesagt: \u201eF\u00fcrchtet euch nicht, siehe ich verk\u00fcndige euch gro\u00dfe Freude\u201c, jubiliert der Deuteengel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und anders herum gedacht: W\u00e4re Gott nur auf seinem himmlischen Thron geblieben, in g\u00f6ttlicher Erhabenheit? Wie sollten wir uns an Gott h\u00e4nge mit allen menschlichen Gef\u00fchlen, wenn wir nicht sicher sein k\u00f6nnten, dass er sie kennt und versteht? Gott w\u00e4re buchst\u00e4blich der Welt enthoben!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>III.<\/p>\n<p>Die empfangene Nachricht \u201eGott wird Mensch \u2013 und der Mensch gerettet\u201c\u2013 sie reizt zum \u201eAntworten an alle\u201c, zum \u201eWeiterleiten\u201c: Was verdichtet sich f\u00fcr uns an Weihnachten? Wie bringen wir in eine Kurzmitteilung? Welche Whatsapp haben wir heute schon abgesetzt und damit ja auch etwas von unseren Gef\u00fchlen und von unseren Haltungen zu Weihnachten &#8211; verdichtet &#8211; weitergesendet?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was sagen wir uns pers\u00f6nlich, ganz analog, \u201efleischgeworden\u201c quasi?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist die Weihnachtsbotschaft immer noch diese wirkm\u00e4chtige Verkn\u00fcpfung von Himmel und Erde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gott wird Mensch. Und Wir Menschen sind gerettet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gott wird Mensch und macht sich schutzlos \u2013 wird in den Schutzlosen, Verletzlichen, Heimatlosen sogar selber erkennbar (Mt 25): Was ihr einem meiner geringsten Br\u00fcder getan habt, das habt ihr mir getan.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und \u2013 die andere Richtung: Gott zieht durch seine Menschwerdung den Menschen empor, macht ihn unendlich wertvoll, jeden einzelnen, unabh\u00e4ngig von Leistung, Gesundheit, Alter, Herkunft. Quasi eine immer neue himmlische Unterstreichung der Menschenrechte, die in diesen Tagen 70 Jahre alt geworden sind. Was dort \u201eW\u00fcrde\u201c hei\u00dft, ist weihnachtlich gewendet \u201egerechtfertigt im Geist Gottes\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Also, ich versuche konkret meinen Tweet:<\/p>\n<p>\u201eGott wird Mensch. Wir Menschen sind gerettet. Frohe Weihnachten, allen Menschen dieser Stadt und der Welt. #Jesus Christus #Mensch #Himmlischer Friede. Amen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was w\u00e4re \u00fcber dieses Jahr Weihnachten zu twittern? Was w\u00e4re unsere Kurzmitteilung heute? 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