{"id":190,"date":"2017-01-01T17:20:04","date_gmt":"2017-01-01T16:20:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/?p=190"},"modified":"2019-04-20T14:42:48","modified_gmt":"2019-04-20T12:42:48","slug":"fuerchtet-euch-nicht-weihnachtsbrief-2016-an-die-mitarbeitenden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/?p=190","title":{"rendered":"F\u00fcrchtet Euch nicht! &#8211; Weihnachtsbrief 2016 an die Mitarbeitenden"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-191 size-medium\" src=\"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Krippe-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/>\u201eF\u00fcrchtet Euch nicht!\u201c \u2013 Das ist im ersten Atemzug die Botschaft des Engels, der in der Weihnachtsgeschichte die Geburt Jesu verk\u00fcndigt.\u00a0Ein Bibelwort f\u00fcr unsere Zeit!<!--more--><\/p>\n<p>Denn \u201e2016 ist das Jahr der \u00c4ngste\u201c, schrieben die Zeitungen im Sommer. Umfragen ergaben, dass die \u201e\u00c4ngste der Deutschen\u201c so schnell gestiegen sind wie nie zuvor. Die Angst hat sich auch gegen Menschen gerichtet, gegen Fremde, augenscheinlich \u201eAndere\u201c. Angst wird instrumentalisiert und gesch\u00fcrt. Wir leben in einer Zeit, in dem die Globalisierung neu sichtbar wird, mit weltweiten Abh\u00e4ngigkeiten zwischen den Teilen der Welt, mit ihren Verlierern und Gewinnern. In jeder modernen Gesellschaft scheint es ein Potential von Wut, Hass und Zerst\u00f6rung zu geben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zuweilen herrscht eine Stimmung vor, dass diejenigen, die ein offenes, humanes Miteinander wollen, sich verteidigen m\u00fcssen und nicht etwa die, die es unterwandern. So hat es die Friedenspreistr\u00e4gerin Carolin Emcke auf den Punkt gebracht. Stimmt diese Analyse, ber\u00fchrt es uns unmittelbar als Diakonisches Werk und als Mitarbeitende. Denn wir erf\u00fcllen unseren Auftrag nicht unabh\u00e4ngig vom gesellschaftlichen Klima. Wir pr\u00e4gen es mit. Wir sind angewiesen auf einen gesellschaftlichen Grundkonsens, dass wir eine humane und offene Gesellschaft (bleiben) wollen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcrchtet euch nicht!\u201c \u2013 Angst ist eigentlich etwas zutiefst Menschliches. Sie will uns aktivieren und wach und handlungsbereit machen. Aber es ist so weitgekommen, dass das Angstgef\u00fchl selbst als Begr\u00fcndung f\u00fcr Hass und Gewalt genutzt wird. Das ist hochproblematisch!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Entsteht Angst dort, wo sich schnell Ver\u00e4nderungen vollziehen? Wo Gewohntes anders wird? \u2013 Wenn wir auf das Jahr 2016 zur\u00fcckblicken, dann war eine W\u00e4hrung unserer Arbeit die Ver\u00e4nderung. Und wir sagen deutlich: Wir sind froh und dankbar, dass an so vielen Stellen des Diakonischen Werkes so viele Mitarbeitende mutig und oft auch mit einem Vertrauensvorschuss an vielen Ver\u00e4nderungen mitgearbeitet und sie mitgestalten. Ver\u00e4nderungen m\u00fcssen nicht per se Angst machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Danke f\u00fcr die geleistete Arbeit, f\u00fcr alles, was Sie fachlich, aber auch pers\u00f6nlich eingebracht haben. F\u00fcr Ver\u00e4nderungsbereitschaft und Mut. F\u00fcr die Zu-Mutung, manche Dinge neu und anders zu denken!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In fast allen Gesch\u00e4ftsfeldern herrscht Wandel und hohe Dynamik. Oft zwingen Gesetzesver\u00e4nderungen zum Handeln: Besonders sichtbar wird das 2017 im Bereich der Altenheime, wenn wir das Matthias-Claudius-Haus und das Haus Abendsonne modernisieren, Haus Simeon aber schlie\u00dfen und hoffentlich alle Mitarbeitende an anderer Stelle einen Arbeitsplatz anbieten k\u00f6nnen. Viele Betroffene haben sich hier Ver\u00e4nderungen gestellt. Beim Erneuerungsprozess der Diakoniestationen sind die Gesetzesver\u00e4nderungen eine Chance, sich neu zu erfinden. Im gesamten Werk haben wir eine hohe Baut\u00e4tigkeit \u2013 und das in Zeiten der Ambulantisierung!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir warten auf das Bundesteilhabegesetz und versuchen nicht nur in den Recklingh\u00e4user Werkst\u00e4tten und im Gesch\u00e4ftsfeld Wohnen inklusiver zu denken. Wie w\u00fcrde es das gesamte Werk (positiv!) ver\u00e4ndern, wenn wir uns als \u201eTeilhabeUnternehmen\u201c verst\u00fcnden?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In \u201eErziehung und F\u00f6rderung\u201c war st\u00e4ndig Wandel erlebbar, je nach dem wie sich der Fokus der minderj\u00e4hrigen unbegleiteten Fl\u00fcchtlinge verschob: Sprachkurse finden, Sorge um den Schulbesuch, Organisieren von Praktika \u2013 vom direkten Auf und Ab der p\u00e4dagogischen Herausforderungen ganz zu schweigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Erfahrung der t\u00e4glichen Arbeit (und der Anspruch an sie!) ist doch: Jede menschliche Begegnung ist anders und ver\u00e4ndert. Kein Moment kann zur\u00fcckgeholt oder festgehalten werden. Einzig konstant ist die Ver\u00e4nderung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das gilt auch f\u00fcr unser Werk insgesamt, das ziemlich lautlos, aber mit viel Detailarbeit im Hintergrund nun eine gGmbH geworden ist. Es hat die n\u00f6tige Stabilit\u00e4t: Es vereint und tradiert Wissen und Haltungen vieler langj\u00e4hriger Mitarbeitenden. Es ist gro\u00df genug und hat behutsam unter dem Dach \u201eDiakonisches Werk Emscher-Lippe e.V.\u201c eine strategische Partnerschaft mit Gladbeck-Bottrop-Dorsten begonnen, damit Ver\u00e4nderungen m\u00f6glich sind, aber eben keine Angst machen m\u00fcssen. Auf dem Personalportal der neuen Internetseite werben wir mit sicheren Arbeitspl\u00e4tzen und pers\u00f6nlichen Entfaltungs- und Entwicklungsm\u00f6glichkeiten. Das k\u00f6nnen wir tats\u00e4chlich mit Selbstbewusstsein so sagen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u201eF\u00fcrchtet Euch nicht! Siehe ich verk\u00fcndige Euch gro\u00dfe Freude, die allem Volk widerfahren wird: Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.\u201c (Lukasevangelium 2,10f.)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So verk\u00fcndet der Engel die Weihnachtsbotschaft. Das \u201eF\u00fcrchtet Euch nicht!\u201c passt zum 500. Reformationsjubil\u00e4um, das die Evangelische Kirche und ihre Diakonie 2017 feiern. Wir beteiligen uns mit einem Themenschwerpunkt \u201eDiakonie und Reformation\u201c, der verschiedene Veranstaltungen umspannt. Lassen Sie sich ein wenig \u00fcberraschen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Martin Luther, der sich vor dem strafenden Gott f\u00fcrchtete, entdeckte, dass man von der eigenen Person absehen und sich dem bedingungslos liebenden Gott anvertrauen kann, gerade auch mit seiner Angst. Der Engel-Ruf reicht \u00fcber Weihnachten hinaus und k\u00f6nnte entlasten von so mancher Zukunfts- und Ver\u00e4nderungsangst: Wir haben es letztlich nicht in der Hand. Aber wir k\u00f6nnen im Rahmen unserer M\u00f6glichkeiten Verantwortung \u00fcbernehmen, entgegen der allzu oft suggerierten L\u00e4hmung und Resignation.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Genau in diesem Geist m\u00f6chten wir mit unserem Weihnachtsgru\u00df auch einen Verbesserungsvorschlag aus diesem Jahr umsetzen: Spenden Sie den genauen Centbetrag Ihres Gehaltes f\u00fcr einen konkreten Zweck unserer diakonischen Arbeit!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jeder von uns kann recht einfach dazu beitragen, dass Menschen mit oft akuter \u00dcberlebensangst etwas mehr Hoffnung sch\u00f6pfen k\u00f6nnen. Wir legen Ihnen ans Herz, einfach auf die Cent-Betr\u00e4ge Ihres Gehaltes zu verzichten. In 2017 wollen wir das Geld zur Verbesserung des Essensangebotes im Tagesaufenthalt f\u00fcr obdachlose Menschen in Herten verwenden.<\/p>\n<p>Ihnen und Ihren Angeh\u00f6rigen w\u00fcnschen wir eine besinnliche Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und ein gesegnetes Jahr 2017!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eF\u00fcrchtet Euch nicht!\u201c \u2013 Das ist im ersten Atemzug die Botschaft des Engels, der in der Weihnachtsgeschichte die Geburt Jesu verk\u00fcndigt.\u00a0Ein Bibelwort f\u00fcr unsere Zeit!<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"sfsi_plus_gutenberg_text_before_share":"","sfsi_plus_gutenberg_show_text_before_share":"","sfsi_plus_gutenberg_icon_type":"","sfsi_plus_gutenberg_icon_alignemt":"","sfsi_plus_gutenburg_max_per_row":"","footnotes":""},"categories":[16],"tags":[],"class_list":["post-190","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-diakonie"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/190","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=190"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/190\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5154,"href":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/190\/revisions\/5154"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=190"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=190"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.dietmar-kehlbreier.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=190"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}